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Krankenkasse Wechsel

Franchise ändern: Fristen für 2027 und wann sich 300 oder 2’500 lohnt

Tiefere Franchise bis 30. November 2026 melden, höhere bis 31. Dezember. Mit gesetzlichen Höchstrabatten und Rechenbeispiel 300 gegen 2'500.

Von Maik Möhring7 Min. LesezeitStand 25.09.2026
krankenkasse franchise ändern

Willst du deine Franchise ändern, gilt für 2027: Eine tiefere Franchise musst du deiner Krankenkasse bis Montag, 30. November 2026, schriftlich melden, eine höhere Franchise kannst du bis 31. Dezember 2026 wählen. Die neue Franchise gilt dann ab 1. Januar 2027 für mindestens ein Jahr. Eine höhere Franchise senkt deine Prämie, dafür bezahlst du im Krankheitsfall mehr selbst. Wie viel Rabatt die Kasse höchstens geben darf und ab welchen Kosten sich die tiefste Franchise lohnt, zeigt dieser Ratgeber.

Bis wann kannst du die Franchise ändern?

Die Franchise lässt sich nur auf den Beginn eines Kalenderjahres ändern (Art. 94 KVV). Unter dem Jahr ist kein Wechsel möglich, auch nicht, wenn du plötzlich hohe Arztkosten hast. Die Fristen unterscheiden sich je nach Richtung:

Änderung Frist (Eingang bei der Kasse) Form
Tiefere Franchise, zum Beispiel von 2’500 auf 300 Franken Montag, 30. November 2026 schriftlich
Höhere Franchise, zum Beispiel von 300 auf 2’500 Franken Donnerstag, 31. Dezember 2026 schriftlich
Wechsel der Krankenkasse mit neuer Franchise Kündigung bis 30. November 2026, neue Franchise bei der Anmeldung angeben schriftlich

Fristen für die Franchise-Änderung auf den 1. Januar 2027. Quelle: BAG, Faktenblatt Versichererwechsel; BAG-Ratgeber Obligatorische Krankenversicherung; Art. 94 KVV.

Die Frist für die tiefere Franchise ist der letzte Arbeitstag im November. 2026 fällt der 30. November auf einen Montag. Massgebend ist, wann dein Schreiben bei der Kasse eintrifft, nicht der Poststempel. Das BAG empfiehlt deshalb, Kündigungen bis Mitte November eingeschrieben oder per A-Post Plus zu verschicken. Das gilt sinngemäss auch für die Meldung einer tieferen Franchise. Alle Termine rund um den Kassenwechsel findest du im Beitrag zur Kündigungsfrist am 30. November.

Welche Franchisen kannst du wählen?

Die ordentliche Franchise für Erwachsene beträgt 300 Franken pro Jahr (Art. 103 KVV). Kinder bis 18 Jahre haben keine ordentliche Franchise (Art. 64 Abs. 4 KVG). Daneben gibt es die sogenannten Wahlfranchisen (Art. 93 KVV):

  • Erwachsene und junge Erwachsene: 300 (ordentlich), 500, 1’000, 1’500, 2’000 und 2’500 Franken
  • Kinder: 0 (ordentlich), 100, 200, 300, 400, 500 und 600 Franken

Die Kassen müssen nicht alle Wahlfranchisen anbieten, und sie können für junge Erwachsene zwischen 19 und 25 Jahren andere Stufen anbieten als für Erwachsene. Zur Franchise kommt immer der Selbstbehalt: 10 Prozent der Kosten über der Franchise, höchstens 700 Franken pro Jahr für Erwachsene und 350 Franken für Kinder. Einen Überblick über alle Stufen gibt der Ratgeber zur Franchise in der Grundversicherung, Details zum Selbstbehalt findest du unter Selbstbehalt in der Grundversicherung.

Wie wirkt sich eine höhere Franchise auf die Prämie aus?

Je höher die Franchise, desto tiefer die Prämie. Wie gross der Rabatt ist, legt jede Kasse selbst fest. Der Bund setzt aber eine Obergrenze: Der Rabatt darf pro Jahr höchstens 70 Prozent des zusätzlichen Risikos betragen, das du mit der höheren Franchise übernimmst (Art. 95 Abs. 2bis KVV). Zudem muss die Prämie mindestens 50 Prozent der ordentlichen Prämie mit Unfalldeckung betragen (Art. 90c KVV).

Franchise Zusätzliches Risiko gegenüber 300 Franken Höchstrabatt pro Jahr
500 Franken 200 Franken 140 Franken
1’000 Franken 700 Franken 490 Franken
1’500 Franken 1’200 Franken 840 Franken
2’000 Franken 1’700 Franken 1’190 Franken
2’500 Franken 2’200 Franken 1’540 Franken

Gesetzlicher Höchstrabatt pro Jahr für Wahlfranchisen, Erwachsene. Quelle: BAG-Ratgeber Obligatorische Krankenversicherung; Art. 95 Abs. 2bis KVV.

Für Kinder beträgt der Höchstrabatt 70 Franken pro 100 Franken Franchise, also 420 Franken bei der Franchise von 600 Franken. Wichtig: Das sind Obergrenzen. Deine Kasse kann weniger Rabatt geben. Was deine Kasse konkret verlangt, siehst du im Prämienrechner für deine Gemeinde und dein Alter.

Ab welchen Kosten lohnt sich 300 statt 2’500 Franken?

Entscheidend ist die Summe aus Prämie und Kostenbeteiligung. Ein Rechenbeispiel mit angenommenen Zahlen:

Beispiel, keine echte Prämie: Eine erwachsene Person zahlt mit Franchise 300 eine Prämie von 450 Franken im Monat (5’400 Franken im Jahr), mit Franchise 2’500 eine Prämie von 330 Franken im Monat (3’960 Franken im Jahr). Die Differenz beträgt 1’440 Franken im Jahr und liegt damit unter dem gesetzlichen Höchstrabatt von 1’540 Franken.

Gesundheitskosten im Jahr Total mit Franchise 300 Total mit Franchise 2’500 Günstiger
0 Franken 5’400 Franken 3’960 Franken 2’500 (1’440 Franken)
1’000 Franken 5’770 Franken 4’960 Franken 2’500 (810 Franken)
1’900 Franken 5’860 Franken 5’860 Franken gleich
3’000 Franken 5’970 Franken 6’510 Franken 300 (540 Franken)
10’000 Franken 6’400 Franken 7’160 Franken 300 (760 Franken)

Beispielrechnung pro Jahr mit angenommenen Prämien (5’400 und 3’960 Franken). Kostenbeteiligung nach Art. 64 KVG und Art. 103 KVV.

In diesem Beispiel lohnt sich die Franchise 300 ab rund 1’900 Franken Gesundheitskosten im Jahr. Die Faustformel dahinter: Gewinnschwelle = 300 Franken + Prämiendifferenz geteilt durch 0,9. Gibt deine Kasse den vollen Höchstrabatt von 1’540 Franken, liegt die Schwelle bei rund 2’010 Franken. Ist der Rabatt kleiner, sinkt die Schwelle, und die tiefe Franchise lohnt sich schon bei geringeren Kosten.

Als Gesundheitskosten zählen alle Rechnungen, die über die Grundversicherung abgerechnet werden, etwa Arztbesuche, Spitalbehandlungen, kassenpflichtige Medikamente und ärztlich verordnete Therapien. Wer eine chronische Krankheit hat, regelmässig Medikamente braucht oder eine Operation plant, fährt meist mit der tiefen Franchise besser. Mehr dazu in den Ratgebern zur Franchise 300 und zur Franchise 2’500.

Franchise ändern: So gehst du vor

  1. Kosten der letzten Jahre prüfen: Die Abrechnungen deiner Kasse zeigen, wie viel du pro Jahr an Leistungen bezogen hast.
  2. Prämien vergleichen: Rechne für deine Kasse aus, was jede Franchisestufe kostet, und prüfe gleich, ob eine andere Kasse günstiger ist.
  3. Schriftlich melden: Teile deiner Kasse mit, dass du per 1. Januar 2027 die Franchise auf den gewünschten Betrag festsetzen möchtest. Der BAG-Ratgeber enthält einen Musterbrief.
  4. Bestätigung verlangen: Prüfe auf der neuen Police, ob die Franchise korrekt eingetragen ist.
  5. Geld zur Seite legen: Wählst du eine hohe Franchise, sollte der Betrag im Notfall verfügbar sein.

Wechselst du gleichzeitig die Kasse, gibst du die gewünschte Franchise bei der Anmeldung an. Reagiert die neue Kasse nicht oder will sie eine andere Franchise festlegen, empfiehlt das BAG, das Aufnahmegesuch mit Franchise und Versicherungsbeginn eingeschrieben zu schicken.

Was gilt mit Wahlfranchise beim Kassenwechsel?

Mit einer Wahlfranchise kannst du die Kasse nur auf Ende Jahr wechseln. Den zusätzlichen Wechseltermin auf den 1. Juli (Kündigung bis 31. März) gibt es nur für Versicherte mit der ordentlichen Franchise von 300 Franken im Standardmodell. Wer im Sommer wechseln will, muss also schon ab Januar mit Franchise 300 versichert sein. Mehr dazu im Beitrag Krankenkasse wechseln im Juli.

Häufige Fragen zum Franchise ändern

Kann ich die Franchise mitten im Jahr ändern?

Nein. Eine neue Franchise gilt immer erst ab 1. Januar. Eine Erhöhung ist nur auf den Beginn eines Kalenderjahres möglich und gilt für mindestens ein Jahr.

Bis wann muss ich eine höhere Franchise melden?

Bis 31. Dezember 2026. Die Meldung muss schriftlich bei der Kasse eintreffen.

Bis wann kann ich meine Franchise für das nächste Jahr herabsetzen?

Die tiefere Franchise muss bis zum letzten Arbeitstag im November schriftlich bei der Kasse sein, 2026 also bis Montag, 30. November.

Wie viel spare ich mit der Franchise 2’500?

Das hängt von deiner Kasse ab. Gesetzlich darf der Rabatt gegenüber der Franchise 300 höchstens 1’540 Franken pro Jahr betragen. Dafür trägst du bis zu 2’200 Franken mehr Kosten selbst.

Gilt der Selbstbehalt auch mit hoher Franchise?

Ja. Bei jeder Franchise zahlst du zusätzlich 10 Prozent der Kosten über der Franchise, höchstens 700 Franken pro Jahr für Erwachsene und 350 Franken für Kinder.

Welche Franchise haben Kinder?

Kinder haben keine ordentliche Franchise. Auf Wunsch sind 100 bis 600 Franken in Schritten von 100 Franken möglich.

Wie wirkt sich eine höhere Franchise auf meine Prämie aus?

Je höher die Franchise, desto tiefer die Prämie. Der Rabatt ist aber begrenzt: Er darf höchstens 70 Prozent des zusätzlichen Risikos betragen, das du selbst übernimmst. Ob sich das lohnt, hängt von deinen erwarteten Gesundheitskosten ab, siehe das Rechenbeispiel oben.

Quellen und Stand

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Maik Möhring

Maik Möhring – Vergleich, Markt, Profile (Lead/SEO).

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