Die steigenden Krankenkassenprämien belasten das Budget vieler Familien in der Schweiz. Wer die gesetzlichen Hebel wie die Wahl der Franchise, passende Versicherungsmodelle oder die kantonale Prämienverbilligung geschickt nutzt, kann als Familie erhebliche Prämien sparen. Jedes Jahr im Herbst werden die neuen Prämien bekannt gegeben, was die Gelegenheit bietet, die eigene Situation zu überprüfen und Anpassungen vorzunehmen.
Familien in der Schweiz können ihre Krankenkassenprämien durch die Wahl einer höheren Franchise für Erwachsene, die Nutzung alternativer Versicherungsmodelle, den Vergleich der Kassen und die Beantragung einer Prämienverbilligung deutlich senken. Auch die separaten Regeln für Kinderprämien bieten Sparpotenzial.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Grundversicherung ist in der Schweiz obligatorisch und die Leistungen sind bei allen Kassen identisch. Nur die Prämie unterscheidet sich.
- Erwachsene können zwischen verschiedenen Franchisestufen von CHF 300 bis CHF 2’500 wählen; Kinder haben keine Franchise.
- Alternative Versicherungsmodelle wie Hausarzt-, HMO- oder Telmed-Modelle bieten tiefere Prämien bei eingeschränkter Arztwahl.
- Die kantonale Prämienverbilligung (IPV) entlastet Familien mit tiefen und mittleren Einkommen; der Antrag muss jährlich beim Wohnsitzkanton gestellt werden.
- Ein Kassenwechsel der Grundversicherung ist bis zum 30. November auf den 1. Januar möglich und kann mehrere Hundert Franken pro Jahr sparen.
- Zusatzversicherungen sind freiwillig und sollten auf den tatsächlichen Bedarf der Familie abgestimmt werden, um unnötige Kosten zu vermeiden.
Warum Prämien sparen Familien betrifft – und wie es funktioniert
Die Krankenkassenprämien sind in der Schweiz eine der grössten Fixkosten für Familien. Jedes Kind erhöht die Prämienlast, auch wenn die Prämien für Kinder tiefer sind und keine Franchise anfällt. Um als Familie effektiv Prämien zu sparen, ist es entscheidend, die Struktur der Schweizer Krankenversicherung zu verstehen und die verschiedenen Sparhebel gezielt einzusetzen. Dies beginnt bei der obligatorischen Grundversicherung nach KVG und reicht bis zu den freiwilligen Zusatzversicherungen nach VVG.
Die gute Nachricht: Die Leistungen der Grundversicherung sind gesetzlich vorgeschrieben und bei allen Krankenkassen identisch. Das bedeutet, du erhaelst die gleichen medizinischen Leistungen, unabhängig davon, bei welcher Kasse du versichert bist. Der Hauptunterschied liegt in der Höhe der Prämie, dem Service und den angebotenen Modellen. Dies eröffnet grosses Potenzial, um Krankenkassenprämien zu senken, ohne auf wichtige Leistungen zu verzichten.
Franchise und Selbstbehalt: Die richtigen Stufen für Familien wählen
Die Wahl der passenden Franchise ist einer der wichtigsten Hebel, um Prämien sparen Familien zu ermöglichen. Die Franchise ist der Betrag, den du pro Kalenderjahr selbst bezahlen musst, bevor sich die Krankenkasse an den Kosten beteiligt.
Für Erwachsene stehen in der Grundversicherung verschiedene Franchisestufen zur Auswahl, typischerweise von CHF 300 bis CHF 2’500. Eine höhere Franchise führt zu einer deutlich tieferen monatlichen Prämie. Für Familien ist es ratsam, die finanzielle Situation und den Gesundheitszustand jedes Erwachsenen zu beurteilen.
Hohe Franchise (z. B. CHF 2’500): Sinnvoll, wenn du und deine Partnerin/dein Partner selten zum Arzt geht und ihr genügend finanzielle Reserven für unerwartete Gesundheitskosten habt. Das Sparpotenzial bei den Prämien ist hier am grössten.
Tiefe Franchise (z. B. CHF 300): Empfehlenswert, wenn du oder deine Partnerin/dein Partner regelmässig medizinische Leistungen in Anspruch nehmt. Die monatliche Prämie ist zwar höher, dafür sind die eigenen Kosten im Krankheitsfall tiefer.
Wichtig für Familien: Kinder bis zum vollendeten 18. Lebensjahr haben in der Schweiz keine Franchise. Das bedeutet, die Krankenkasse übernimmt die Kosten ab dem ersten Franken (abzüglich Selbstbehalt), sobald die Leistungen in Anspruch genommen werden. Dies ist ein wichtiger Punkt, der bei der Gesamtplanung des Familienbudgets berücksichtigt werden sollte. Mehr Details zur optimalen Wahl findest du in unserem Guide zur Franchise 1’000 Franken.
Zusätzlich zur Franchise kommt der Selbstbehalt. Dies sind 10 % der Kosten, die nach Abzug der Franchise anfallen, gedeckelt auf maximal CHF 700 pro Jahr für Erwachsene (Stand 3. Juli 2026). Für Kinder liegt der maximale Selbstbehalt bei CHF 350 pro Jahr. Auch der Selbstbehalt kann je nach Kanton und Jahr leicht variieren, daher ist es ratsam, aktuelle Informationen auf priminfo.ch zu prüfen.
Alternative Versicherungsmodelle: Hausarzt, HMO und Telmed
Neben der Franchise bieten alternative Versicherungsmodelle eine weitere Möglichkeit, um Prämien sparen Familien zu erleichtern. Diese Modelle schränken die freie Arztwahl ein, belohnen dies aber mit tieferen Prämien.
* Hausarztmodell: Du verpflichtest dich, bei gesundheitlichen Problemen immer zuerst deinen gewählten Hausarzt aufzusuchen. Dieser koordiniert dann alle weiteren Behandlungen und Überweisungen zu Spezialisten. Dies fördert eine kontinuierliche Betreuung und ist oft eine gute Option für Familien.
HMO-Modell: Du suchst bei Bedarf immer zuerst ein HMO-Gruppenpraxiszentrum auf. Dort arbeiten verschiedene Ärzte und Spezialisten unter einem Dach. Auch hier wird die Behandlung zentral koordiniert.
Telmed-Modell: Vor jedem Arztbesuch kontaktierst du eine telefonische Hotline, die eine erste medizinische Beurteilung vornimmt und dich an den passenden Arzt oder Spezialisten verweist. Dies kann flexibel sein, erfordert aber bei jedem Vorfall den Anruf bei der Hotline.
Die Prämienunterschiede zwischen dem Standardmodell (freie Arztwahl) und den alternativen Modellen können je nach Kasse und Region beträchtlich sein. Für Familien kann ein solches Modell sinnvoll sein, wenn sie ohnehin einen festen Hausarzt haben oder bereit sind, sich an die Vorgaben des Modells zu halten.
Krankenkassen-Vergleich und Kassenwechsel: Jedes Jahr eine Chance
Der Schweizer Krankenversicherungsmarkt ist dynamisch. Die Prämien werden jährlich neu festgelegt und können sich von Kanton zu Kanton, Gemeinde zu Gemeinde und Kasse zu Kasse stark unterscheiden. Ein regelmässiger Krankenkassenvergleich ist daher unerlässlich, um als Familie Prämien sparen zu können.
Die Grundversicherung kann mit einer ordentlichen Kündigungsfrist bis zum 30. November auf den 1. Januar des Folgejahres gewechselt werden. Wenn deine Krankenkasse die Prämien erhöht, hast du oft ein ausserordentliches Kündigungsrecht mit einer kürzeren Frist – achte auf die Mitteilungen deiner Kasse.
So funktioniert der Kassenwechsel für Familien:
1. Prämien vergleichen: Nutze den offiziellen Prämienrechner priminfo.ch des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), um die aktuellen Prämien für deine Familie zu vergleichen. Gib dabei alle Familienmitglieder, deine Postleitzahl und die gewünschte Franchise sowie das Modell ein.
2. Neue Kasse wählen: Wähle die Kasse, die das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für deine Bedürfnisse bietet. Achte auf Service, digitale Angebote und Erreichbarkeit.
3. Neue Offerte einholen: Beantrage eine Offerte bei der neuen Krankenkasse und warte auf die schriftliche Bestätigung der Aufnahme.
4. Alte Kasse kündigen: Erst wenn die Aufnahme bestätigt ist, kündigst du die alte Grundversicherung. Sende die Kündigung eingeschrieben und fristgerecht ab.
Der Wechsel der Grundversicherung ist unkompliziert, da jede Kasse gesetzlich verpflichtet ist, jede Person aufzunehmen – unabhängig von Alter oder Gesundheitszustand. Eine Lücke in der Versicherung ist nicht zu befürchten. Erfahre mehr zum detaillierten Ablauf im Artikel zum Krankenkasse Wechsel.
Prämienverbilligung (IPV): Kantonale Unterstützung für Familien
Die individuelle Prämienverbilligung (IPV) ist ein entscheidender Hebel, um als Familie Prämien sparen zu können. Sie ist eine staatliche Unterstützung für Personen und Familien mit tiefen oder mittleren Einkommen, die von den Kantonen ausgerichtet wird.
So funktioniert die IPV:
Anspruchsprüfung: Der Anspruch auf IPV wird jährlich aufgrund deines steuerbaren Einkommens und Vermögens geprüft. Die genauen Kriterien und Höhen der Verbilligung variieren von Kanton zu Kanton.
Antragstellung: Du musst die IPV aktiv bei der zuständigen Stelle deines Wohnsitzkantons beantragen. Die Fristen hierfür sind kantonal unterschiedlich und müssen unbedingt eingehalten werden. Oftmals werden die Antragsformulare automatisch zugesandt, wenn du im Vorjahr bereits anspruchsberechtigt warst.
* Direkte Verrechnung: Bei einem positiven Entscheid wird die Verbilligung direkt mit deiner monatlichen Krankenkassenprämie verrechnet, wodurch deine effektive Prämienlast sinkt.
Es lohnt sich immer, den Anspruch auf Prämienverbilligung zu prüfen, auch wenn du denkst, dein Einkommen sei zu hoch. Gerade für Familien mit mehreren Kindern können die Schwellenwerte höher liegen. Informationen zu den genauen Bedingungen findest du auf der Website deines Kantons oder direkt beim BAG.
Als Redaktorin für Grenzgänger und Gesundheit erlebe ich häufig, dass Familien die Möglichkeiten zur Prämienverbilligung nicht kennen oder den Aufwand scheuen. Dabei kann die IPV eine erhebliche finanzielle Entlastung darstellen. Wir empfehlen dringend, jedes Jahr den Anspruch zu prüfen und den Antrag fristgerecht einzureichen, um als Familie Prämien sparen zu können.
Zusatzversicherungen: Was Familien wirklich brauchen
Zusatzversicherungen sind im Gegensatz zur Grundversicherung freiwillig und unterliegen dem Versicherungsvertragsgesetz (VVG). Sie decken Leistungen ab, die nicht in der Grundversicherung enthalten sind, wie beispielsweise die Kosten für eine private oder halbprivater Abteilung im Spital, Leistungen im Bereich Zahnmedizin, Brillen und Kontaktlinsen, Alternativmedizin oder erweiterte Leistungen im Ausland.
Wichtige Punkte für Familien bei Zusatzversicherungen:
Gesundheitsprüfung: Bei Zusatzversicherungen kann die Krankenkasse eine Gesundheitsprüfung verlangen und einen Antrag ablehnen oder Vorbehalte anbringen. Dies ist bei der Grundversicherung nicht möglich.
Individueller Bedarf: Prüfe sorgfältig, welche Zusatzversicherungen für deine Familie wirklich notwendig sind. Nicht jede Familie braucht die gleiche Deckung.
Kosten-Nutzen-Analyse: Wägen die Prämie gegen den potenziellen Nutzen ab. Oftmals ist es günstiger, kleinere Ausgaben (z. B. für eine Brille) aus eigener Tasche zu bezahlen, anstatt eine teure Zusatzversicherung abzuschliessen.
Kündigungsfristen: Zusatzversicherungen haben oft längere Kündigungsfristen und -bedingungen als die Grundversicherung. Lies die Vertragsbedingungen genau durch.
Um als Familie Prämien sparen zu können, solltest du Zusatzversicherungen kritisch hinterfragen. Eine sinnvolle Zusatzversicherung für Familien könnte eine Reiseversicherung sein, die medizinische Notfälle im Ausland abdeckt, oder eine Zahnzusatzversicherung, wenn absehbar ist, dass bei den Kindern grössere Behandlungen anstehen. Für mehr Informationen besuche unsere Seite zur Zusatzversicherung.
Weitere Sparmöglichkeiten für Familien
* Unfallversicherung: Wenn alle erwerbstätigen Familienmitglieder mehr als 8 Stunden pro Woche bei einem Arbeitgeber angestellt sind, sind sie obligatorisch über den Arbeitgeber gegen Unfall versichert. In diesem Fall kann die Unfallversicherung bei der Krankenkasse ausgeschlossen werden, was die Prämie reduziert. Auch Kinder sind in der Regel durch die Grundversicherung oder die Schule/Kita unfallversichert.
* Prämienregionen: Die Schweiz ist in verschiedene Prämienregionen unterteilt, die von Kanton zu Kanton und sogar innerhalb eines Kantons variieren können. Bei einem Umzug in eine andere Region kann sich die Prämie ändern. Informiere dich auf priminfo.ch über die Prämienunterschiede in deiner Region.
Sammelrechnungen: Manche Krankenkassen bieten Rabatte an, wenn die ganze Familie bei derselben Kasse versichert ist. Es lohnt sich, dies zu erfragen, aber vergleiche trotzdem immer die Einzelprämien, um sicherzustellen, dass es sich wirklich lohnt.
Gesundheitsbewusstsein: Ein gesunder Lebensstil kann dazu beitragen, Arztbesuche zu reduzieren und somit indirekt Kosten zu sparen. Präventive Massnahmen und eine gute Gesundheit sind langfristig die beste Prämiensenkung.
Häufige Fragen
Wie spart man als Familie am besten Geld bei der Krankenkasse?
Um als Familie am besten Geld bei der Krankenkasse zu sparen, solltest du die Franchise der Erwachsenen anpassen, alternative Versicherungsmodelle wie Hausarzt- oder Telmed-Modelle in Betracht ziehen, jährlich die Prämien vergleichen und bei Bedarf die Kasse wechseln. Zudem ist es wichtig, den Anspruch auf kantonale Prämienverbilligung zu prüfen und bei Zusatzversicherungen nur das Notwendigste abzuschliessen.
Welche Rolle spielt die Franchise bei Familien?
Die Franchise ist entscheidend: Erwachsene können eine höhere Franchise wählen (bis CHF 2’500), um ihre monatlichen Prämien zu senken, wenn sie selten medizinische Leistungen beanspruchen. Kinder haben keine Franchise, was bedeutet, dass die Krankenkasse ihre Kosten ab dem ersten Franken (abzüglich Selbstbehalt) übernimmt. Eine bewusste Wahl der Franchise für die Eltern kann also erheblich zum Prämien sparen Familien beitragen.
Lohnt sich ein Modellwechsel für Familien?
Ein Modellwechsel lohnt sich für viele Familien, da alternative Versicherungsmodelle wie das Hausarzt-, HMO- oder Telmed-Modell tiefere Prämien bieten. Wenn deine Familie bereit ist, die damit verbundenen Einschränkungen bei der Arztwahl zu akzeptieren, kann dies eine effektive Strategie sein, um als Familie Prämien sparen zu können, ohne an Leistung einzubuesen.
Was ist die Prämienverbilligung für Familien?
Die Prämienverbilligung (IPV) ist eine kantonale finanzielle Unterstützung für Familien mit tiefen oder mittleren Einkommen, um die Belastung durch die Krankenkassenprämien zu mindern. Der Anspruch wird jährlich geprüft und muss aktiv beim Wohnsitzkanton beantragt werden. Sie ist ein wichtiger Hebel, um Familien bei den Krankenkassenprämien zu entlasten und somit Prämien sparen Familien zu ermöglichen.
Wie wirkt sich die Geburt eines Kindes auf die Prämien aus?
Mit der Geburt eines Kindes muss dieses innert drei Monaten in die obligatorische Grundversicherung aufgenommen werden. Für Neugeborene und Kinder gelten spezielle, tiefere Prämien und es gibt keine Franchise. Der Selbstbehalt ist ebenfalls tiefer (max. CHF 350/Jahr). Dies erhöht zwar die Gesamtpraemienlast der Familie, bietet aber durch die besonderen Konditionen für Kinder auch Sparpotenzial im Vergleich zu Erwachsenenprämien.
Fazit
Das Potenzial, um als Familie Prämien sparen zu können, ist in der Schweizer Krankenversicherung gross. Durch die strategische Wahl der Franchise und des Versicherungsmodells, einen jährlichen Vergleich und gegebenenfalls den Wechsel der Grundversicherung sowie die Nutzung der kantonalen Prämienverbilligung lassen sich die Kosten spürbar senken. Es ist ratsam, die individuelle Situation der Familie jedes Jahr neu zu bewerten und die Möglichkeiten auf dem offiziellen Prämienrechner priminfo.ch zu prüfen. So stellst du sicher, dass deine Familie optimal versichert ist, ohne unnötig hohe Prämien zu bezahlen.
Hinweis: Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zur Schweizer Krankenversicherung und ersetzt keine individuelle Beratung. Prämien, Franchisestufen und Fristen ändern sich; massgeblich sind die Angaben der Krankenversicherer, des Bundesamts für Gesundheit (BAG) und der offizielle Prämienrechner priminfo.ch. Für verbindliche Auskünfte wende dich an deinen Versicherer oder eine unabhängige Beratungsstelle.
Redaktionelle Inhalte: Maik Möhring Media, Schöntalweg 1, 8272 Ermatingen TG · mm@maik-möhring.ch
Dieser Beitrag wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.
Nadine Forster – Grenzgänger, Gesundheit, News.


