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Krankenkasse Prämien

Franchise erhöhen sinnvoll: Dein Guide für die Schweizer Krankenkasse

Ist die Franchiseerhöhung in der Schweizer Grundversicherung sinnvoll? Erfahre, wann du Prämien sparst und welche Faktoren du beachten solltest. Stand 16. August 2026.

Von Maik Möhring11 Min. LesezeitStand 21.08.2026
Franchise erhöhen sinnvoll: Eine Schweizerin vergleicht Prämien auf dem Laptop, um Kosten zu sparen.
Die Höhe der Franchise beeinflusst direkt die monatlichen Prämien der Grundversicherung.

Wer seine Gesundheitskosten im Griff hat, kann durch eine höhere Franchise in der obligatorischen Grundversicherung mehrere Hundert Franken Prämie pro Jahr sparen. Die Entscheidung, ob eine Franchiseerhöhung sinnvoll ist, hängt stark von deinem individuellen Gesundheitszustand und deiner finanziellen Situation ab. Es ist eine Abwägung zwischen tieferen monatlichen Prämien und einem höheren Kostenrisiko im Krankheitsfall.

Kurz erklärt

Eine Franchiseerhöhung ist sinnvoll, wenn du selten zum Arzt gehst und bereit bist, im Krankheitsfall einen höheren Betrag selbst zu tragen, um monatlich Prämie zu sparen. Sie ist weniger ratsam bei chronischen Krankheiten oder häufigen Arztbesuchen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die wählbare Franchise in der Grundversicherung (KVG) liegt für Erwachsene zwischen CHF 300 und CHF 2’500 pro Jahr.
  • Eine höhere Franchise führt zu einer tieferen monatlichen Prämie, da du einen grösseren Teil der Gesundheitskosten selbst trägst.
  • Zusätzlich zur Franchise kommt der Selbstbehalt von 10 % der Kosten über der Franchise, maximal CHF 700 pro Jahr für Erwachsene.
  • Eine Erhöhung der Franchise ist oft die einfachste Methode, um die Krankenkassenprämien zu reduzieren, sofern du selten medizinische Leistungen in Anspruch nimmst.
  • Die Entscheidung sollte individuell getroffen werden, basierend auf dem eigenen Gesundheitszustand und der finanziellen Pufferkapazität.
  • Die Wahl der Franchise kann einmal jährlich per 1. Januar angepasst werden, mit Fristen im Herbst (meist 30. November).

Was ist die Franchise in der Schweizer Grundversicherung?

Die Franchise ist der Betrag, den du als versicherte Person in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (KVG) pro Kalenderjahr selbst bezahlen musst, bevor sich deine Krankenkasse an den weiteren Kosten beteiligt. Dieses System ist ein Kernbestandteil der Schweizer Grundversicherung und dient dazu, die Versicherten an den Gesundheitskosten zu beteiligen und die Prämien zu stabilisieren.

In der Schweiz ist die Grundversicherung für alle Einwohner obligatorisch. Die Leistungen sind gesetzlich festgelegt und bei allen Krankenkassen identisch. Was sich jedoch unterscheidet, sind die Prämien und eben die wählbare Franchise. Für Erwachsene stehen verschiedene Franchisestufen zur Auswahl, typischerweise von der ordentlichen Franchise von CHF 300 bis zur Maximalfranchise von CHF 2’500. Für Kinder und Jugendliche gibt es tiefere Franchisestufen. Eine detaillierte Übersicht über die Prämien und Franchisestufen findest du auf dem offiziellen Prämienrechner priminfo.ch des Bundes.

Welche Franchisestufen gibt es und wie wirken sie sich aus?

Für Erwachsene (ab 18 Jahren) bietet das Krankenversicherungsgesetz (KVG) verschiedene Franchisestufen an, die du jährlich wählen kannst. Die Standardfranchise beträgt CHF 300. Darüber hinaus sind in der Regel folgende höhere Franchisen wählbar: CHF 500, CHF 1’000, CHF 1’500, CHF 2’000 und CHF 2’500. Für Kinder und Jugendliche (bis 18 Jahre) sind die Franchisen tiefer und reichen von CHF 0 (Standard) bis maximal CHF 600.

Die Höhe der gewählten Franchise hat einen direkten Einfluss auf deine monatliche Prämie. Wählst du eine höhere Franchise, reduziert sich deine monatliche Prämie, da du im Gegenzug bereit bist, im Krankheitsfall einen höheren Anteil der Kosten selbst zu tragen. Umgekehrt führt eine tiefere Franchise zu einer höheren Prämie. Dieses Prinzip ist der zentrale Hebel, um über die Franchise die Krankenkasse Prämien zu beeinflussen.

Wann ist Franchise erhöhen sinnvoll?

Die Entscheidung, die Franchise zu erhöhen, ist vor allem dann sinnvoll, wenn du generell sehr selten medizinische Leistungen in Anspruch nimmst. Das bedeutet, wenn du in der Regel gesund bist, keine chronischen Krankheiten hast und nicht regelmässig Medikamente benötigst. In diesem Fall übersteigen deine jährlichen Gesundheitskosten oft nicht die Höhe der gewählten Franchise.

Wenn deine jährlichen Arztkosten beispielsweise unter CHF 2’500 liegen, könnte eine Maximalfranchise von CHF 2’500 für dich vorteilhaft sein. Du profitierst von einer deutlich tieferen monatlichen Prämie und zahlst im Ernstfall nicht mehr als deine gewählte Franchise plus den Selbstbehalt. Dies setzt jedoch voraus, dass du über genügend finanzielle Reserven verfügst, um die Kosten bis zur Höhe der Franchise problemlos selbst tragen zu können. Eine Erhöhung der Franchise ist eine effektive Strategie, um Prämien sparen zu können.

Wann ist Franchise erhöhen nicht sinnvoll?

Eine Erhöhung der Franchise ist in bestimmten Situationen nicht sinnvoll und kann sogar zu höheren Gesamtkosten führen. Dies trifft zu, wenn du regelmässig zum Arzt gehst, chronische Krankheiten hast, teure Medikamente benötigst oder regelmässige Therapien in Anspruch nimmst. In solchen Fällen ist es sehr wahrscheinlich, dass du die Franchise vollständig ausschöpfen wirst.

Wenn deine jährlichen Gesundheitskosten voraussichtlich über der tiefsten Franchise von CHF 300 liegen, aber die Prämieneinsparung durch eine höhere Franchise die zusätzlichen Kosten im Krankheitsfall nicht überwiegt, ist die Erhöhung nicht ratsam. Es ist wichtig, eine individuelle Berechnung durchzuführen, um zu ermitteln, welche Franchise für deine persönliche Situation die kostengünstigste ist. Diese Berechnung muss die Prämieneinsparungen und die potenziellen Gesundheitskosten berücksichtigen.

Franchise und Selbstbehalt: Wie hängen sie zusammen?

Neben der Franchise spielt der Selbstbehalt eine entscheidende Rolle bei den Kosten, die du selbst tragen musst. Sobald du die Höhe deiner gewählten Franchise durch medizinische Leistungen erreicht hast, übernimmt die Krankenkasse die weiteren Kosten. Allerdings zahlst du zusätzlich einen Selbstbehalt von 10 % auf die Beträge, die über der Franchise liegen.

Dieser Selbstbehalt ist jedoch gedeckelt. Für Erwachsene beträgt der maximale Selbstbehalt CHF 700 pro Kalenderjahr. Für Kinder liegt der maximale Selbstbehalt bei CHF 350. Das bedeutet, dass deine maximalen jährlichen Kosten für medizinische Behandlungen, die von der Grundversicherung gedeckt sind, sich aus der gewählten Franchise plus dem maximalen Selbstbehalt zusammensetzen. Eine Person mit einer CHF 2’500 Franchise und einem maximalen Selbstbehalt von CHF 700 zahlt somit höchstens CHF 3’200 pro Jahr aus eigener Tasche für Leistungen der Grundversicherung.

Berechnungsbeispiel: Franchise, Selbstbehalt und Gesamtkosten

Um die Auswirkungen der Franchisewahl zu verdeutlichen, betrachten wir ein Beispiel (Stand 16. August 2026). Angenommen, deine jährlichen Arzt- und Medikamentenkosten belaufen sich auf CHF 1’500.

Szenario 1: Franchise CHF 300
Monatliche Prämie: CHF 350 (fiktiver Wert)
Jährliche Prämie: CHF 4’200
Franchise: CHF 300
Kosten über Franchise: CHF 1’500 – CHF 300 = CHF 1’200
Selbstbehalt (10 % von CHF 1’200): CHF 120
Deine jährlichen Gesamtkosten (Prämien + Franchise + Selbstbehalt): CHF 4’200 + CHF 300 + CHF 120 = CHF 4’620

Szenario 2: Franchise CHF 2’500
Monatliche Prämie: CHF 250 (fiktiver Wert, CHF 100 tiefer als bei CHF 300 Franchise)
Jährliche Prämie: CHF 3’000
Franchise: CHF 1’500 (da deine Kosten CHF 1’500 betragen, zahlst du diese bis zur Franchisehöhe)
Kosten über Franchise: CHF 0 (da CHF 1’500 unter CHF 2’500 liegt)
Selbstbehalt: CHF 0
Deine jährlichen Gesamtkosten (Prämien + Franchise): CHF 3’000 + CHF 1’500 = CHF 4’500

In diesem fiktiven Beispiel, bei dem die Gesundheitskosten CHF 1’500 betragen, wäre die höhere Franchise von CHF 2’500 die günstigere Option. Dieses Beispiel zeigt, wie wichtig es ist, die potenziellen Kosten abzuschätzen und die Prämieneinsparung dagegenzurechnen.

Weitere Spar-Strategien neben der Franchise

Neben der Wahl der passenden Franchise gibt es weitere Wege, um deine Krankenkassenprämien zu optimieren. Ein Krankenkassenvergleich ist dabei der erste Schritt, da die Prämien für die identischen Leistungen der Grundversicherung je nach Krankenversicherer, Wohnort und gewähltem Modell erheblich variieren können.

* Versicherungsmodelle: Wähle ein alternatives Versicherungsmodell. Mit einem Hausarzt-, HMO- oder Telmed-Modell bindest du dich zwar an eine bestimmte erste Anlaufstelle, profitierst aber im Gegenzug von tieferen Prämien. Diese Modelle können die monatlichen Kosten oft stärker senken als eine reine Franchiseerhöhung. Mehr dazu findest du unter Prämien Vergleich Modelle.
* Kassenwechsel: Die Grundversicherung kannst du jährlich per 30. November auf den 1. Januar wechseln, wenn du die ordentliche Franchise und das Standardmodell gewählt hast. Bei einer Prämienerhöhung hast du oft ein ausserordentliches Kündigungsrecht. Ein Kassenwechsel lohnt sich fast immer, da die Leistungen identisch sind und du nur auf der Suche nach der günstigsten Prämie bist.
* Prämienverbilligung (IPV): Personen mit tiefen und mittleren Einkommen können in der Schweiz eine kantonale Prämienverbilligung beantragen. Die Voraussetzungen und die Höhe der Verbilligung sind kantonal geregelt. Informiere dich bei deinem Wohnkanton über die Antragsfristen und -bedingungen.
* Prämienregionen: Die Schweiz ist in verschiedene Prämienregionen unterteilt, und die Prämien können je nach Kanton und Gemeinde stark variieren. Dies ist ein Faktor, den du nicht direkt beeinflussen kannst, der aber bei einem Umzug relevant werden könnte.

Aus der Redaktion

Als Gründer von krankenkassenvergleich-aktuell.ch sehe ich täglich, wie wichtig es ist, die eigene Krankenkasse aktiv zu gestalten. Die Wahl der richtigen Franchise ist dabei ein zentraler Hebel, der in der Schweiz – anders als beispielsweise in Deutschland – direkt die monatlichen Prämien beeinflusst und eine bewusste finanzielle Entscheidung erfordert. Es ist eine Frage der persönlichen Risikobereitschaft und der finanziellen Planung.

Entscheidungshilfe: Die passende Franchise finden

Die Wahl der richtigen Franchise ist eine sehr persönliche Entscheidung, die auf verschiedenen Faktoren basiert. Um für dich zu entscheiden, ob Franchise erhöhen sinnvoll ist, solltest du folgende Punkte berücksichtigen:

1. Dein Gesundheitszustand: Bist du jung und gesund, gehst selten zum Arzt und nimmst keine Medikamente? Dann ist eine höhere Franchise oft vorteilhaft. Bei chronischen Krankheiten, regelmässigen Arztbesuchen oder geplanter Schwangerschaft ist eine tiefe Franchise sicherer.
2. Deine finanzielle Situation: Hast du genügend Ersparnisse, um im Notfall die maximale Belastung (Franchise + Selbstbehalt) problemlos tragen zu können? Wenn nicht, solltest du die Franchise tiefer ansetzen, um finanzielle Engpässe zu vermeiden.
3. Deine Risikobereitschaft: Bist du bereit, ein höheres finanzielles Risiko einzugehen, um monatlich Prämien zu sparen? Oder bevorzugst du die Sicherheit einer tieferen Franchise und kalkulierbaren Kosten im Krankheitsfall?
4. Vergleich der Prämien: Nutze den Prämienrechner priminfo.ch, um die Prämien für verschiedene Franchisestufen bei deinem Wohnort und den verschiedenen Krankenkassen zu vergleichen. Rechne die Prämieneinsparung gegen die potenziellen Mehrkosten im Krankheitsfall.
5. Alternative Modelle in Betracht ziehen: Prüfe, ob ein Hausarzt-, HMO- oder Telmed-Modell für dich in Frage kommt. Diese Modelle bieten oft zusätzliche Prämienrabatte, die sich mit einer höheren Franchise kombinieren lassen.

Denke daran, dass du die Franchise für die Grundversicherung jährlich per 1. Januar neu wählen kannst. Die Frist für die Mitteilung an deine Krankenkasse ist in der Regel der 30. November. Ein strategischer Blick auf deine Gesundheitsausgaben und die Prämienentwicklung kann dir helfen, Prämienschock vermeiden zu können.

Häufige Fragen

Was ist die maximale Franchise für Erwachsene in der Schweiz?

Für Erwachsene beträgt die maximale wählbare Franchise in der obligatorischen Grundversicherung CHF 2’500 pro Kalenderjahr. Diese hohe Franchise führt zu den tiefsten monatlichen Prämien, erfordert aber, dass du die ersten CHF 2’500 der jährlichen medizinischen Kosten selbst trägst, bevor die Krankenkasse mit der Kostenübernahme beginnt.

Wie oft kann ich meine Franchise wechseln?

Du kannst deine Franchise einmal jährlich per 1. Januar wechseln. Die Mitteilung über die gewünschte Änderung muss in der Regel bis zum 30. November bei deiner Krankenkasse eingegangen sein. Wenn du die Franchise reduzieren möchtest, muss die Mitteilung sogar bis zum 30. September erfolgen.

Muss ich die Franchise für meine Kinder separat wählen?

Ja, für Kinder und Jugendliche (bis 18 Jahre) gibt es separate Franchisestufen. Die Standardfranchise für Kinder beträgt CHF 0. Es können jedoch auch höhere Franchisen bis maximal CHF 600 gewählt werden, um die Prämien zu reduzieren. Die Entscheidung sollte auch hier individuell getroffen werden.

Was passiert, wenn ich unerwartet krank werde und eine hohe Franchise habe?

Wenn du eine hohe Franchise gewählt hast und unerwartet hohe Gesundheitskosten anfallen, musst du die Kosten bis zur Höhe deiner Franchise selbst tragen. Erst danach beteiligt sich die Krankenkasse, wobei du zusätzlich den Selbstbehalt von 10 % (maximal CHF 700 für Erwachsene) leistest. Stelle sicher, dass du im Notfall über finanzielle Reserven verfügst.

Welche Rolle spielt der Wohnkanton bei der Franchisewahl?

Der Wohnkanton und die Gemeinde beeinflussen die Höhe der Krankenkassenprämien aufgrund der regionalen Kostenstrukturen. Die Franchisestufen selbst sind jedoch schweizweit einheitlich geregelt. Es lohnt sich, die Prämien für verschiedene Franchisen in deiner spezifischen Prämienregion zu vergleichen, da die Prämienrabatte für höhere Franchisen je nach Region variieren können.

Fazit

Die Frage, ob Franchise erhöhen sinnvoll ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Es ist eine individuelle Entscheidung, die eine sorgfältige Abwägung deines Gesundheitszustandes, deiner finanziellen Möglichkeiten und deiner Risikobereitschaft erfordert. Wer selten medizinische Leistungen in Anspruch nimmt und über entsprechende finanzielle Reserven verfügt, kann durch eine höhere Franchise die monatlichen Prämien deutlich senken. Bei regelmässigen Arztbesuchen oder chronischen Erkrankungen ist jedoch Vorsicht geboten. Nutze den offiziellen Prämienrechner priminfo.ch, um die verschiedenen Optionen zu vergleichen und die für dich optimale Lösung zu finden.

Hinweis: Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zur Schweizer Krankenversicherung und ersetzt keine individuelle Beratung. Prämien, Franchisestufen und Fristen ändern sich; massgeblich sind die Angaben der Krankenversicherer, des Bundesamts für Gesundheit (BAG) und der offizielle Prämienrechner priminfo.ch. Für verbindliche Auskünfte wende dich an deinen Versicherer oder eine unabhängige Beratungsstelle.

Redaktionelle Inhalte: Maik Möhring Media, Schöntalweg 1, 8272 Ermatingen TG · mm@maik-möhring.ch

Dieser Beitrag wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.

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Maik Möhring

Maik Möhring – Vergleich, Markt, Profile (Lead/SEO).

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