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Zusatzversicherung

VVG Zusatzversicherung erklärt: Was die freiwillige Police abdeckt

Die VVG Zusatzversicherung in der Schweiz ergänzt die obligatorische Grundversicherung. Erfahre, welche Leistungen sie abdeckt, wie sie sich vom KVG unterscheidet und worauf du beim Abschluss achten solltest.

Von Sandra Keller10 Min. LesezeitStand 21.08.2026
VVG Zusatzversicherung Schweiz: Leistungen und Unterschiede zum KVG
Die VVG Zusatzversicherung bietet massgeschneiderten Schutz für individuelle Gesundheitsbedürfnisse.

Die VVG Zusatzversicherung ist eine freiwillige Ergänzung zur obligatorischen Grundversicherung in der Schweiz, die Leistungen abdeckt, die das Krankenversicherungsgesetz (KVG) nicht vorsieht. Sie bietet dir die Möglichkeit, deinen Gesundheitsschutz massgeschneidert auf deine individuellen Bedürfnisse anzupassen, sei es für erweiterte Spitalleistungen, Zahnbehandlungen oder Alternativmedizin.

Kurz erklärt

Die VVG Zusatzversicherung ist eine private, freiwillige Krankenversicherung nach dem Versicherungsvertragsgesetz (VVG), die über die gesetzlich vorgeschriebenen Leistungen der Grundversicherung (KVG) hinausgeht und dir individuellen Schutz für zusätzliche medizinische Bedürfnisse bietet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die VVG Zusatzversicherung ist freiwillig und ergänzt die Leistungen der obligatorischen Grundversicherung (KVG).
  • Versicherer können einen Antrag für eine VVG Zusatzversicherung ablehnen oder Vorbehalte anbringen, da keine Aufnahmepflicht besteht.
  • Die Prämien sind individuell und hängen von Faktoren wie Alter, Geschlecht, Wohnort und Gesundheitszustand ab.
  • Typische Leistungen umfassen Spitalaufenthalte in der Privatabteilung, Zahnbehandlungen, Alternativmedizin und Prävention.
  • Ein Wechsel oder eine Kündigung der VVG Zusatzversicherung ist an vertraglich vereinbarte Fristen gebunden, die vom Versicherer festgelegt werden.
  • Die Aufsicht über die VVG Zusatzversicherungen obliegt der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA).

Was ist eine VVG Zusatzversicherung und wie funktioniert sie?

Die VVG Zusatzversicherung ist eine private Krankenversicherung, die dem Versicherungsvertragsgesetz (VVG) untersteht. Im Gegensatz zur obligatorischen Grundversicherung (KVG), die für alle Einwohner der Schweiz identische Leistungen zu festgelegten Bedingungen anbietet, ist die VVG Zusatzversicherung freiwillig und ihr Leistungsumfang wird vom jeweiligen Versicherer bestimmt. Sie dient dazu, Lücken im KVG-Leistungskatalog zu schliessen und dir Zugang zu erweiterten medizinischen Diensten und Komfortleistungen zu ermöglichen.

Die Funktionsweise der VVG Zusatzversicherung unterscheidet sich grundlegend von der Grundversicherung. Da es sich um private Verträge handelt, können die Versicherer individuelle Tarife, Bedingungen und Leistungen festlegen. Dies bedeutet, dass die Prämien nicht nur nach Wohnregion und Alter, sondern auch nach deinem Gesundheitszustand, Geschlecht und weiteren Risikofaktoren kalkuliert werden können. Zudem besteht für die Versicherer keine Aufnahmepflicht, sodass sie Anträge ablehnen oder sogenannte Vorbehalte anbringen können, wenn bereits bestehende Krankheiten vorliegen. Dies ist ein entscheidender Punkt, den du beim Abschluss einer Zusatzversicherung beachten solltest.

Der Unterschied zwischen KVG und VVG: Eine klare Abgrenzung

Der grundlegende Unterschied zwischen KVG und VVG liegt in ihrer rechtlichen Grundlage, ihrem obligatorischen Charakter und den damit verbundenen Leistungen und Bedingungen. Das Krankenversicherungsgesetz (KVG) regelt die obligatorische Grundversicherung, die für alle Personen mit Wohnsitz in der Schweiz Pflicht ist. Es garantiert eine umfassende medizinische Grundversorgung, deren Leistungen gesetzlich festgelegt und bei allen Versicherern identisch sind.

Demgegenüber steht das Versicherungsvertragsgesetz (VVG), das die rechtliche Basis für die freiwilligen Zusatzversicherungen bildet. Diese Zusatzversicherungen sind nicht obligatorisch und ihr Leistungsumfang sowie ihre Konditionen werden von den Versicherern individuell festgelegt. Während die Grundversicherung eine Aufnahmepflicht kennt und keine Gesundheitsprüfung durchführen darf, können Versicherer bei der VVG Zusatzversicherung eine detaillierte Gesundheitsprüfung verlangen und Anträge ablehnen oder Vorbehalte für bestehende Krankheiten anbringen. Auch die Prämienberechnung ist im VVG flexibler und kann neben demografischen Faktoren auch den Gesundheitszustand berücksichtigen. Diese Flexibilität ermöglicht es, den Schutz individuell anzupassen, bringt aber auch andere vertragliche Bedingungen mit sich.

Welche Leistungen deckt eine VVG Zusatzversicherung ab?

Eine VVG Zusatzversicherung deckt eine breite Palette an Leistungen ab, die über den Leistungskatalog der obligatorischen Grundversicherung hinausgehen. Die genauen Leistungen variieren stark je nach Versicherer und dem gewählten Produkt, da sie nicht gesetzlich vorgeschrieben, sondern vertraglich vereinbart sind. Typische Leistungsbereiche umfassen Spitalaufenthalte, Zahnbehandlungen, Alternativmedizin, Prävention und Auslandreisen.

Im Bereich Spital können Zusatzversicherungen beispielsweise die Kosten für einen Aufenthalt in der halbprivaten oder privaten Abteilung eines Spitals übernehmen, was eine freie Arztwahl und mehr Komfort ermöglicht. Für Zahnbehandlungen gibt es spezielle Zahnzusatzversicherungen, die einen Teil der Kosten für Kontrollen, Füllungen, Zahnspangen oder Zahnersatz abdecken. Auch die Beliebtheit der Alternativmedizin führt zu vielen Angeboten, die Behandlungen wie Akupunktur, Homöopathie oder Osteopathie unterstützen. Viele Policen bieten zudem Beiträge an Präventionsmassnahmen wie Fitnessabos oder Gesundheitskurse. Für Personen, die oft reisen, sind Zusatzversicherungen mit Deckung für medizinische Leistungen im Ausland sinnvoll, die über das hinausgeht, was die Grundversicherung im Notfall im Ausland übernimmt. Beim Vergleich der Zusatzversicherung Schweiz lohnt sich ein genauer Blick auf die individuellen Bedürfnisse.

VVG Prämien: Wie sie berechnet werden und was sie beeinflusst

Die Prämien für eine VVG Zusatzversicherung werden anders kalkuliert als jene der Grundversicherung. Während die KVG-Prämien primär von Wohnregion, Alter und gewählter Franchise abhängig sind, spielen bei der VVG Zusatzversicherung weitere Faktoren eine Rolle, die eine individuelle Risikobeurteilung ermöglichen. Dies führt dazu, dass die Prämien von Person zu Person stark variieren können.

Zu den entscheidenden Faktoren gehören dein Alter bei Abschluss, dein Geschlecht, dein Wohnort und vor allem dein Gesundheitszustand. Da Versicherer eine Gesundheitsprüfung durchführen dürfen, können sie aufgrund von Vorerkrankungen höhere Prämien verlangen, Vorbehalte anbringen oder sogar den Antrag ablehnen. Je jünger und gesünder du bei Abschluss bist, desto günstiger fallen die Prämien in der Regel aus. Zudem beeinflusst der gewählte Leistungsumfang die Höhe der Prämie: Eine umfassende Spitalzusatzversicherung mit Privatabteilung und freier Arztwahl ist teurer als eine Basis-Zahnzusatzversicherung. Auch Rabatte für Familien oder bestimmte Vertragsdauern können die Prämie beeinflussen. Es ist daher ratsam, verschiedene Angebote zu vergleichen, um die passende und erschwingliche Zusatzversicherung Kosten zu finden.

Gesundheitsprüfung bei der VVG Zusatzversicherung: Was du wissen musst

Die Gesundheitsprüfung ist ein zentraler Aspekt beim Abschluss einer VVG Zusatzversicherung und unterscheidet sich massgeblich von der Grundversicherung. Während die Grundversicherung nach KVG eine Aufnahmepflicht hat und keine Gesundheitsfragen stellen darf, ist dies bei der VVG Zusatzversicherung gemäss Versicherungsvertragsgesetz (VVG) anders. Hier ist der Versicherer berechtigt, deinen Gesundheitszustand detailliert zu prüfen, bevor er einen Vertrag anbietet.

Bei der Gesundheitsprüfung musst du in der Regel einen detaillierten Fragebogen zu deiner medizinischen Vorgeschichte ausfüllen. Fragen zu aktuellen oder vergangenen Krankheiten, Behandlungen, Operationen, Medikamenten und deinem allgemeinen Gesundheitszustand sind üblich. Es ist äusserst wichtig, diese Fragen wahrheitsgemäss und vollständig zu beantworten, da falsche Angaben schwerwiegende Konsequenzen wie eine Leistungsverweigerung oder sogar die Annullierung des Vertrags haben können. Basierend auf deinen Angaben entscheidet der Versicherer, ob er dich aufnimmt, zu welchen Konditionen (z. B. mit einem Prämienzuschlag) oder ob er sogenannte Vorbehalte anbringt. Ein Vorbehalt bedeutet, dass bestimmte Krankheiten oder deren Folgen für einen festgelegten Zeitraum (oft 3 bis 5 Jahre) oder dauerhaft von der Leistungspflicht ausgeschlossen werden. Im schlimmsten Fall kann der Antrag auch komplett abgelehnt werden, insbesondere bei schwerwiegenden Vorerkrankungen. Informiere dich daher genau über die Zusatzversicherung Gesundheitsprüfung.

Aufnahme in die VVG Zusatzversicherung: Kriterien und Ablehnungsgründe

Die Aufnahme in eine VVG Zusatzversicherung ist nicht garantiert, da die Versicherer gemäss Versicherungsvertragsgesetz (VVG) das Recht haben, Anträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Dies steht im Gegensatz zur obligatorischen Grundversicherung, wo eine Aufnahmepflicht besteht. Die Aufnahme in eine VVG Zusatzversicherung hängt von verschiedenen Kriterien ab, die der Versicherer zur Risikobeurteilung heranzieht.

Die wichtigsten Aufnahmekriterien sind dein Gesundheitszustand, dein Alter und dein Wohnort. Ein guter Gesundheitszustand ist oft die Voraussetzung für eine problemlose Aufnahme ohne Vorbehalte. Bei Vorerkrankungen können Versicherer, wie bereits erwähnt, Vorbehalte anbringen oder den Antrag ablehnen. Auch das Alter spielt eine Rolle: Je jünger du bist, desto geringer wird in der Regel das Risiko für den Versicherer eingeschätzt, was sich positiv auf die Aufnahme und die Prämien auswirkt. Ablehnungsgründe können neben schwerwiegenden oder chronischen Vorerkrankungen auch ein hohes Alter bei Antragstellung oder ein unglaubwürdiges Verhalten während des Antragsprozesses sein. Es ist auch wichtig zu beachten, dass eine VVG Zusatzversicherung keine Wartezeiten haben kann, in denen Leistungen für bestimmte Ereignisse ausgeschlossen sind. Wenn du eine Zusatzversicherung Vorerkrankung abschliessen möchtest, ist eine frühzeitige und ehrliche Kommunikation mit dem Versicherer essenziell.

Kündigung und Wechsel der VVG Zusatzversicherung

Die Kündigung und der Wechsel einer VVG Zusatzversicherung sind an die vertraglich vereinbarten Bedingungen gebunden, die im Versicherungsvertrag festgelegt sind. Im Gegensatz zur Grundversicherung, bei der gesetzlich einheitliche Kündigungsfristen (z. B. per 30. November auf den 1. Januar für die Standard-Grundversicherung) gelten, sind diese Fristen bei VVG Zusatzversicherungen von den Versicherern selbst bestimmt. Du solltest daher immer einen genauen Blick in deine Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) werfen.

Üblich sind Kündigungsfristen von drei Monaten zum Jahresende oder zum Ende der vereinbarten Vertragsdauer. Bei Verträgen mit einer mehrjährigen Laufzeit ist eine ordentliche Kündigung oft erst nach Ablauf der Mindestlaufzeit möglich. Ein ausserordentliches Kündigungsrecht kann bestehen, wenn der Versicherer die Prämien erhöht, ohne die Leistungen anzupassen. In diesem Fall musst du die Kündigung jedoch innerhalb einer bestimmten Frist nach Erhalt der Prämienanpassung einreichen. Beim Wechsel ist es ratsam, erst die Zusage der neuen VVG Zusatzversicherung abzuwarten, bevor du die alte kündigst. Denk daran, dass bei einem Wechsel eine erneute Gesundheitsprüfung fällig wird und die neue Kasse den Antrag ablehnen oder Vorbehalte anbringen kann. Daher ist ein vorsichtiger Umgang mit dem Wechselprozess entscheidend, um keine Lücken im Versicherungsschutz zu riskieren.

Aus der Redaktion

Die Wahl der passenden VVG Zusatzversicherung kann komplex sein, da die Angebote der Versicherer stark variieren und die Gesundheitsprüfung eine Hürde darstellen kann. Wir beobachten, dass viele Versicherte den Nutzen einer Zusatzversicherung erst erkennen, wenn sie bereits spezifische Bedürfnisse haben. Ein früher Abschluss kann hier von Vorteil sein, da man in jungen Jahren oft noch günstigere Konditionen und eine leichtere Aufnahme erhält. Vergleiche aber stets die Leistungen und Prämien genau, damit die Police auch wirklich zu dir passt.

Häufige Fragen

Was ist eine VVG Zusatzversicherung?

Eine VVG Zusatzversicherung ist eine freiwillige, private Krankenversicherung in der Schweiz, die dem Versicherungsvertragsgesetz (VVG) untersteht. Sie ergänzt die obligatorische Grundversicherung (KVG) um Leistungen, die nicht im gesetzlichen Leistungskatalog enthalten sind, wie beispielsweise erweiterte Spitalleistungen, Zahnbehandlungen oder Alternativmedizin.

Was bedeutet VVG bei Versicherungen?

VVG steht für Versicherungsvertragsgesetz. Es ist die rechtliche Grundlage für private Versicherungen in der Schweiz, einschliesslich der freiwilligen Zusatzversicherungen im Bereich der Krankenversicherung. Das VVG regelt die Rechte und Pflichten von Versicherern und Versicherten, insbesondere in Bezug auf Vertragsabschluss, Prämien, Leistungen und Kündigungen.

Was ist der Unterschied zwischen KVG und VVG?

Der Hauptunterschied liegt in der Gesetzgebung und dem Obligatorium: KVG (Krankenversicherungsgesetz) regelt die obligatorische Grundversicherung mit gesetzlich identischen Leistungen und Aufnahmepflicht. VVG (Versicherungsvertragsgesetz) regelt die freiwilligen Zusatzversicherungen, deren Leistungen und Prämien individuell von den Versicherern festgelegt werden, inklusive Gesundheitsprüfung und dem Recht auf Ablehnung.

Welche Vorteile bietet eine VVG Zusatzversicherung?

Eine VVG Zusatzversicherung bietet den Vorteil, deinen Gesundheitsschutz über das gesetzlich vorgeschriebene Mass hinaus zu erweitern. Du kannst von freierer Arzt- und Spitalwahl, höherem Komfort bei Spitalaufenthalten, Kostenbeteiligung an Zahnbehandlungen, Alternativmedizin oder Präventionsprogrammen profitieren. Dies ermöglicht eine individuelle Anpassung an deine persönlichen Bedürfnisse und Wünsche.

Kann eine VVG Zusatzversicherung abgelehnt werden?

Ja, im Gegensatz zur obligatorischen Grundversicherung können Versicherer einen Antrag für eine VVG Zusatzversicherung ablehnen. Sie sind nicht zur Aufnahme verpflichtet und können eine Gesundheitsprüfung verlangen. Basierend auf deinem Gesundheitszustand, Alter oder anderen Risikofaktoren kann der Antrag abgelehnt oder mit Vorbehalten (Leistungsausschlüssen für bestimmte Krankheiten) angenommen werden.

Fazit

Die VVG Zusatzversicherung ist ein wichtiger Bestandteil des Schweizer Krankenversicherungssystems, der dir die Möglichkeit gibt, deinen Gesundheitsschutz individuell zu gestalten und über die Leistungen der Grundversicherung hinaus zu erweitern. Sie bietet Flexibilität und Zugang zu zusätzlichen medizinischen Diensten und Komfortleistungen. Aufgrund der individuellen Prämienberechnung und der Gesundheitsprüfung ist ein sorgfältiger Vergleich der verschiedenen Angebote und ein frühzeitiger Abschluss ratsam. Informiere dich umfassend und nutze offizielle Quellen wie priminfo.ch und die Informationen des BAG, um die für dich passende Lösung zu finden.

Hinweis: Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zur Schweizer Krankenversicherung und ersetzt keine individuelle Beratung. Prämien, Franchisestufen und Fristen ändern sich; massgeblich sind die Angaben der Krankenversicherer, des Bundesamts für Gesundheit (BAG) und der offizielle Prämienrechner priminfo.ch. Für verbindliche Auskünfte wende dich an deinen Versicherer oder eine unabhängige Beratungsstelle.

Redaktionelle Inhalte: Maik Möhring Media, Schöntalweg 1, 8272 Ermatingen TG · mm@maik-möhring.ch

Dieser Beitrag wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.

S
Sandra Keller

Sandra Keller – Grundversicherung, Zusatzversicherung (KVG/VVG).

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