Beim Krankenkassenvergleich Schweiz zählt in der Grundversicherung nur der Preis, denn die Leistungen sind bei allen Kassen gesetzlich gleich. Entscheidend sind deine Wohngemeinde, dein Alter, die Franchise, das Versicherungsmodell und ob du die Unfalldeckung brauchst. Zwischen der günstigsten und der teuersten Kasse liegen am selben Ort im Median der Kantone rund 1’590 Franken im Jahr. Wechseln kannst du jedes Jahr, die Kündigung muss bis 30. November bei deiner Kasse sein.
Warum lohnt sich ein Krankenkassenvergleich Schweiz?
Der Leistungsumfang der Grundversicherung ist bei allen Versicherern derselbe, hält das Bundesamt für Gesundheit (BAG) fest. Ein Kassenwechsel ändert an deiner Deckung also nichts. Unterschiede gibt es beim Service und bei der Abrechnung: Bei manchen Kassen bezahlst du zum Beispiel Medikamente zuerst selbst und forderst das Geld danach zurück.
Die Prämien dagegen unterscheiden sich stark. Wir haben die genehmigten Prämien 2026 für den Hauptort jedes Kantons ausgewertet (Erwachsene, Standardmodell, Franchise 300, mit Unfall). Zwischen der günstigsten und der teuersten Kasse liegen im Median der Kantone rund 1’590 Franken pro Jahr. Am kleinsten ist die Spanne in Solothurn mit 929 Franken, am grössten in Uri mit 2’921 Franken.
| Kanton (Hauptort) | Günstigste Kasse pro Monat | Teuerste Kasse pro Monat | Unterschied pro Jahr |
|---|---|---|---|
| Solothurn (Solothurn) | 565.40 Fr. | 642.80 Fr. | 929 Fr. |
| Zürich (Zürich) | 605.20 Fr. | 724.00 Fr. | 1’426 Fr. |
| Bern (Bern) | 631.00 Fr. | 758.90 Fr. | 1’535 Fr. |
| Genf (Genf) | 686.70 Fr. | 913.80 Fr. | 2’725 Fr. |
| Uri (Altdorf) | 437.90 Fr. | 681.30 Fr. | 2’921 Fr. |
Prämienspanne 2026 im Hauptort, Erwachsene, Standardmodell, Franchise 300, mit Unfall. Quelle: BAG, genehmigte Prämien 2026, eigene Auswertung.
Für die gleiche Leistung zahlst du also je nach Kasse deutlich mehr oder weniger. Die Werte für deine Gemeinde siehst du auf den Kantonsseiten, zum Beispiel für Krankenkassen im Kanton Zürich.
Welche Angaben bestimmen deine Prämie?
Ein fairer Vergleich gelingt nur, wenn du überall die gleichen Angaben einsetzt. Diese fünf Punkte bestimmen den Preis:
- Wohngemeinde und Prämienregion: Die Prämien gelten pro Kanton, und viele Kantone sind in bis zu drei Prämienregionen eingeteilt. Massgebend ist deine Wohnsitzgemeinde. In Bern, Graubünden, Luzern, St. Gallen und Zürich gibt es drei Regionen. Mehr dazu im Beitrag Prämienregionen.
- Alter: Es gibt drei Altersgruppen. Kinder bis 18 Jahre und junge Erwachsene von 19 bis 25 Jahren zahlen tiefere Prämien als Erwachsene ab 26. Innerhalb der Gruppe der Erwachsenen spielt das Alter keine Rolle, ebenso wenig Geschlecht oder Gesundheit.
- Franchise: Die ordentliche Franchise für Erwachsene beträgt 300 Franken. Du kannst 500, 1’000, 1’500, 2’000 oder 2’500 Franken wählen und erhältst dafür einen Rabatt. Dazu kommt der Selbstbehalt von 10 Prozent, höchstens 700 Franken im Jahr. Welche Stufe zu dir passt, erklärt der Ratgeber Franchise.
- Versicherungsmodell: Im Standardmodell wählst du Arzt und Ärztin frei. Im Hausarzt-, HMO- oder Telmed-Modell gehst du zuerst zu einer festen Anlaufstelle und bekommst dafür Rabatt.
- Unfalldeckung: Arbeitest du mindestens 8 Stunden pro Woche beim selben Arbeitgeber, bist du dort nach dem Unfallversicherungsgesetz gegen Unfall versichert. Dann kannst du die Unfalldeckung in der Grundversicherung sistieren lassen und sparst Prämie (Art. 8 KVG).
Am schnellsten rechnest du alle Kombinationen im Prämienrechner durch. Er zeigt die vom BAG genehmigten Prämien, die auch auf priminfo.ch, dem Vergleich des Bundes, veröffentlicht sind.
Welches Versicherungsmodell ist am günstigsten?
Das Modell ist nach der Wahl der Kasse der grösste Hebel. In unserer Auswertung der Hauptorte war das günstigste alternative Modell im Median der Kantone 68.50 Franken pro Monat billiger als das günstigste Standardmodell, das sind rund 13 Prozent. Aufs Jahr gerechnet sind das über 800 Franken.
Der Preis dafür: Du verpflichtest dich, im Krankheitsfall zuerst die vereinbarte Stelle zu kontaktieren. Notfälle sind davon ausgenommen. Was gilt, wenn du dich nicht an die Regeln hältst, steht in den Versicherungsbedingungen der jeweiligen Kasse. Wie gross die Ersparnis in deinem Kanton ist, zeigt unser Beitrag Freie Arztwahl aufgeben. Die Modelle im Detail vergleicht der Ratgeber Versicherungsmodelle im Vergleich.
Seit 2025 kannst du bei deiner bisherigen Kasse jederzeit vom Standardmodell in ein Modell mit eingeschränkter Arztwahl wechseln. Zurück ins Standardmodell geht es nur auf den 1. Januar.
Kann mich eine Krankenkasse in der Grundversicherung ablehnen?
Nein. Jede Kasse muss in ihrem örtlichen Tätigkeitsbereich jede versicherungspflichtige Person aufnehmen (Art. 5 Bst. i KVAG). Sie darf keine Gesundheitsfragen stellen und keinen Vorbehalt anbringen. Auch mit einer chronischen Krankheit oder im Alter kannst du also frei zur günstigsten Kasse wechseln.
Anders ist es bei den Zusatzversicherungen. Dort dürfen die Versicherer Anträge ablehnen, Vorbehalte anbringen und die Prämie nach Alter und Geschlecht festlegen. Das BAG rät deshalb, eine Zusatzversicherung nie zu kündigen, bevor die neue Kasse dich schriftlich aufgenommen hat. Grund- und Zusatzversicherung dürfen bei verschiedenen Kassen sein.
Wer neu in die Schweiz zieht, muss sich innert drei Monaten nach der Wohnsitznahme versichern (Art. 3 KVG). Auch dann gilt die freie Wahl unter allen zugelassenen Kassen.
Bis wann musst du kündigen?
| Wechsel auf | Kündigung muss eintreffen bis | Für wen |
|---|---|---|
| 1. Januar | 30. November | alle Versicherten, in jedem Modell und mit jeder Franchise |
| 1. Juli | 31. März | nur Standardmodell mit ordentlicher Franchise |
| Höhere Franchise auf 1. Januar | 31. Dezember | alle |
Fristen für den Wechsel der Grundversicherung. Quellen: Art. 7 KVG; BAG, Ratgeber Obligatorische Krankenversicherung.
Massgebend ist der Eingang bei der Kasse, nicht der Poststempel. Das BAG empfiehlt, die Kündigung bis Mitte November eingeschrieben zu schicken. Kündigen darfst du jedes Jahr, auch wenn deine Prämie nicht steigt. Die alte Versicherung endet erst, wenn die neue Kasse bestätigt hat, dass du ohne Unterbruch versichert bist. Alle Einzelheiten und ein Muster findest du im Beitrag Kündigungsfrist 30. November.
So vergleichst du in vier Schritten
- Angaben festlegen: Wohngemeinde, Geburtsjahr, Unfalldeckung ja oder nein.
- Franchise ehrlich wählen: Rechne mit deinen Gesundheitskosten der letzten Jahre. Eine hohe Franchise lohnt sich nur, wenn du sie im Ernstfall bezahlen kannst.
- Modell entscheiden: Prüfe, ob deine Ärztin oder dein Arzt auf der Liste des Modells steht, bevor du ein Hausarzt- oder HMO-Modell wählst.
- Kassen sortieren: Vergleiche die Prämien für genau diese Kombination. Einen Überblick über alle Anbieter mit ihren Rängen je Kanton bietet die Seite Krankenkassen im Profil.
Häufige Fragen zum Krankenkassenvergleich
Sind die Leistungen der Grundversicherung bei allen Kassen gleich?
Ja. Welche Leistungen die Grundversicherung zahlt, regelt das Krankenversicherungsgesetz für alle Kassen einheitlich. Die Kassen unterscheiden sich bei der Prämie, beim Service und bei den angebotenen Modellen.
Woher stammen die Prämien im Vergleich?
Die Prämien der Grundversicherung werden jedes Jahr vom BAG genehmigt und veröffentlicht. Unser Prämienrechner und priminfo.ch, der Vergleich des Bundes, greifen auf diese amtlichen Daten zurück.
Warum zahlt mein Nachbar im anderen Dorf weniger?
Weil die Prämie von der Prämienregion abhängt. Viele Kantone sind in bis zu drei Regionen eingeteilt, und die Wohnsitzgemeinde bestimmt, welche Region für dich gilt.
Muss ich meine Zusatzversicherung mitwechseln?
Nein. Die Grundversicherung kannst du allein wechseln und die Zusatzversicherung bei der bisherigen Kasse behalten. Für die Zusatzversicherung gelten eigene Kündigungsfristen aus deinem Vertrag.
Kann ich unter dem Jahr die Kasse wechseln?
Nur im Standardmodell mit der ordentlichen Franchise von 300 Franken: Kündigung bis 31. März, Wechsel auf den 1. Juli. Sonst ist ein Wechsel nur auf den 1. Januar möglich.
Welche Krankenkasse ist 2026 in meinem Kanton für Erwachsene mit Franchise 300 am günstigsten?
Das hängt von deiner Gemeinde ab, weil die Prämien je Prämienregion gelten. Die Kantonsseiten, zum Beispiel Aargau, zeigen alle Kassen mit der amtlichen Prämie. Für deine Gemeinde, dein Alter und dein Modell rechnest du im Prämienrechner nach.
Warum sind die Prämien in manchen Kantonen und Regionen teurer als in anderen?
Die Prämien bilden die Gesundheitskosten ab, die in einem Kanton oder einer Prämienregion anfallen. Wo mehr Leistungen bezogen werden und die Kosten höher sind, sind auch die Prämien höher. Die Prämienregionen legt das Bundesamt für Gesundheit fest.
Quellen und Stand
- Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG), Art. 3, 4, 7, 8 und 61
- Verordnung über die Krankenversicherung (KVV), Art. 93 und 103
- Krankenversicherungsaufsichtsgesetz (KVAG), Art. 5
- Bundesamt für Gesundheit (BAG): Ratgeber Die obligatorische Krankenversicherung (Stand 1. Januar 2026)
- BAG: Prämienregionen
- Priminfo (BAG): Prämienrechner des Bundes
- BAG: genehmigte Prämien 2026, opendata.swiss, eigene Auswertung vom 25.09.2026 (Hauptorte, Erwachsene, Franchise 300, mit Unfall)
Maik Möhring – Vergleich, Markt, Profile (Lead/SEO).


