Die obligatorische Krankenpflegeversicherung, kurz Grundversicherung, ist ein zentraler Pfeiler des Schweizer Gesundheitssystems und für alle Einwohnerinnen und Einwohner Pflicht. Ein konkretes Grundversicherung Beispiel hilft dir, die Funktionsweise, die wählbaren Modelle und die Kostenstruktur dieser fundamentalen Absicherung besser zu verstehen.
Die Grundversicherung ist die gesetzlich vorgeschriebene Krankenversicherung in der Schweiz, deren Leistungen bei allen Anbietern identisch sind und die eine Aufnahmegarantie bietet. Ihre Prämie hängt von Faktoren wie Wohnort, Alter, wählbarer Franchise und dem gewählten Versicherungsmodell ab.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Grundversicherung ist in der Schweiz obligatorisch und bietet bei allen Kassen die gleichen gesetzlich definierten Leistungen gemäss KVG.
- Die Prämien variieren stark nach Kanton, Wohnort, Alter, gewählter Franchise (z. B. CHF 300 bis CHF 2’500) und dem Versicherungsmodell.
- Ein Wechsel der Grundversicherung ist mit der Standardfranchise und dem Standardmodell jeweils per 30. November auf den 1. Januar möglich.
- Hohe Franchisen und alternative Versicherungsmodelle (Hausarzt, HMO, Telmed) senken die monatliche Prämie, schränken aber die freie Arztwahl ein.
- Zusatzversicherungen ergänzen die Leistungen der Grundversicherung, sind freiwillig und erfordern oft eine Gesundheitsprüfung.
- Für einkommensschwache Haushalte besteht die Möglichkeit, eine kantonale Prämienverbilligung (IPV) zu beantragen.
Was ist die Grundversicherung in der Schweiz?
Die Grundversicherung, auch als obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) bekannt, bildet die Basis der Gesundheitsversorgung in der Schweiz. Sie ist für alle Personen mit Wohnsitz in der Schweiz obligatorisch und muss innert drei Monaten nach Zuzug abgeschlossen werden. Ihre Leistungen sind gesetzlich im Krankenversicherungsgesetz (KVG) festgelegt und bei allen Krankenkassen identisch. Das bedeutet, dass du bei jedem Anbieter dieselben medizinischen Leistungen erhältst.
Ein Grundversicherung Beispiel: So setzen sich die Prämien zusammen
Die Prämien der Grundversicherung sind nicht einheitlich, sondern variieren aufgrund verschiedener Faktoren, was das Finden des passenden Angebots komplex macht. Ein Grundversicherung Beispiel zeigt, wie sich diese Faktoren auf die Prämienhöhe auswirken:
Wohnort (Prämienregion): Die Schweiz ist in Prämienregionen unterteilt, in denen die Kosten für medizinische Leistungen unterschiedlich hoch sind. Städtische Gebiete haben oft höhere Prämien als ländliche Regionen.
Alter: Kinder und junge Erwachsene zahlen in der Regel deutlich weniger als Erwachsene. Ab 26 Jahren gilt der Erwachsenentarif.
Wählbare Franchise: Die Franchise ist der jährliche Fixbetrag, den du im Krankheitsfall selbst bezahlen musst, bevor die Krankenkasse Leistungen übernimmt. Höhere Franchisen führen zu tieferen monatlichen Prämien.
Versicherungsmodell: Neben dem Standardmodell gibt es alternative Modelle wie Hausarzt-, HMO- oder Telmed-Modelle, die eine Prämienreduktion ermöglichen.
* Krankenkasse: Obwohl die Leistungen identisch sind, dürfen die Krankenkassen ihre Prämien selbst kalkulieren. Dies führt zu erheblichen Unterschieden zwischen den Anbietern.
Um die genauen Prämien für deine individuelle Situation zu ermitteln, kannst du den offiziellen Prämienrechner des Bundes auf priminfo.admin.ch nutzen. Dieser liefert dir die aktuellen Prämien für alle Kassen, Stand 13. August 2026.
Die wählbaren Franchisen und ihr Einfluss
Die Wahl der Franchise ist ein zentraler Hebel zur Prämienoptimierung in der Grundversicherung. Sie bestimmt, wie viel du im Krankheitsfall maximal selbst tragen musst, bevor die Krankenkasse einspringt.
Erwachsene können Franchisen zwischen CHF 300 und CHF 2’500 pro Jahr wählen. Kinder bis 18 Jahre haben tiefere Franchisestufen, meist CHF 0 bis CHF 600. Nach Erreichen der gewählten Franchise fällt zusätzlich der Selbstbehalt an. Dieser beträgt 10 % der weiteren Kosten, maximal aber CHF 700 pro Jahr für Erwachsene und CHF 350 pro Jahr für Kinder (Stand 13. August 2026).
Beispiel: Wählst du eine Franchise von CHF 2’500, zahlst du die ersten CHF 2’500 deiner Behandlungskosten selbst. Danach übernimmt die Kasse 90 % der weiteren Kosten, bis du den Selbstbehalt von CHF 700 erreicht hast. Dein maximaler Eigenanteil im Jahr beträgt in diesem Grundversicherung Beispiel also CHF 2’500 + CHF 700 = CHF 3’200. Im Gegenzug profitierst du von deutlich tieferen monatlichen Prämien. Eine Übersicht zur Grundversicherung und ihren Wahlmöglichkeiten findest du bei uns.
Versicherungsmodelle der Grundversicherung im Vergleich
Neben der Franchise beeinflusst auch das gewählte Versicherungsmodell die Höhe deiner Prämie. Die Standard-Grundversicherung bietet freie Arztwahl, was oft mit höheren Prämien verbunden ist. Alternative Modelle schränken die Wahl des ersten Ansprechpartners ein, belohnen dies aber mit Prämienrabatten.
Standardmodell (freie Arztwahl): Du kannst bei jedem Arzt oder Spezialisten direkt einen Termin vereinbaren. Dies bietet maximale Flexibilität.
Hausarztmodell: Du verpflichtest dich, bei gesundheitlichen Problemen immer zuerst deinen Hausarzt zu konsultieren. Dieser überweist dich bei Bedarf an Spezialisten oder ins Spital.
HMO-Modell: Du suchst bei gesundheitlichen Problemen immer zuerst eine Gruppenpraxis (HMO = Health Maintenance Organization) auf. Die Ärzte in der HMO koordinieren deine Behandlung.
Telmed-Modell: Bei diesem Modell ist dein erster Kontaktpunkt eine medizinische Telefonberatungsstelle. Die Berater beurteilen deine Situation und geben Empfehlungen oder überweisen dich an einen Arzt.
* Apotheken-Modell: Ähnlich wie das Hausarztmodell, aber die Apotheke ist der erste Ansprechpartner für bestimmte Beschwerden und überweist bei Bedarf weiter.
Die Wahl des richtigen Modells hängt von deinen persönlichen Bedürfnissen und deiner Bereitschaft ab, die freie Arztwahl einzuschränken, um Prämien zu sparen. Weitere Details zu den Prämien Vergleich Modelle findest du in unserem Ratgeber.
Leistungen der Grundversicherung: Was ist abgedeckt?
Die Leistungen der obligatorischen Grundversicherung sind im KVG detailliert beschrieben und für alle Versicherten gleich, unabhängig von der gewählten Krankenkasse. Dies ist ein entscheidender Vorteil des Schweizer Systems, da du dir keine Sorgen um Leistungsausschlusse machen musst, wenn du die Kasse wechselst.
Zu den wichtigsten Leistungen der Grundversicherung gehören (Stand 13. August 2026):
Ärztliche Behandlungen: Konsultationen bei Ärzten, Spezialisten und Chiropraktoren.
Spitalaufenthalte: Behandlung in der allgemeinen Abteilung eines Spitals im Wohnkanton.
Medikamente: Vom Arzt verschriebene und in der Spezialitätenliste des BAG geführte Arzneimittel.
Therapien: Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Ernährungsberatung auf ärztliche Anordnung.
Mutterschaftsleistungen: Kontrollen, Geburtsvorbereitung, Geburt und Nachkontrollen.
Laboranalysen und Röntgenuntersuchungen.
* Rehabilitation und Kuraufenthalte: Wenn medizinisch notwendig und vom Arzt verordnet.
Es ist wichtig zu verstehen, dass die Grundversicherung eine Grundversorgung darstellt. Leistungen wie zum Beispiel Zahnbehandlungen (ausser bei Krankheiten oder Unfällen), Brillen oder Kontaktlinsen werden in der Regel nicht oder nur sehr eingeschränkt übernommen. Für einen detaillierten Überblick der Vorteile der Grundversicherung und deren Abdeckung, schau in unseren speziellen Artikel.
Die Rolle der Zusatzversicherungen als Ergänzung
Wäre dies ein Grundversicherung Beispiel, das auch umfassendere Leistungen abdecken soll, würden Zusatzversicherungen ins Spiel kommen. Diese sind freiwillig und werden durch das Versicherungsvertragsgesetz (VVG) geregelt. Im Gegensatz zur Grundversicherung gibt es hier keine Aufnahmegarantie. Die Versicherer können Gesundheitsprüfungen verlangen, Anträge ablehnen oder Vorbehalte anbringen.
Zusatzversicherungen decken Leistungen ab, die nicht oder nur teilweise von der Grundversicherung bezahlt werden, zum Beispiel:
Erweiterte Spitalleistungen: Halbprivat- oder Privatabteilung, freie Spitalwahl schweizweit.
Alternativmedizin: Akupunktur, Homöopathie, Osteopathie etc.
Zahnbehandlungen: Kostenübernahme für Zahnpflege und -korrekturen.
Sehhilfen: Beiträge an Brillen und Kontaktlinsen.
* Auslandsschutz: Erweiterte Deckung bei Reisen ins Ausland.
Die Kombination aus Grund- und Zusatzversicherung ermöglicht es, den individuellen Schutz optimal anzupassen. Mehr Informationen zu den Vorteilen von Zusatzversicherungen findest du in unserem Ratgeber.
Grundversicherung Beispiel: Der Wechsel der Krankenkasse
Ein Wechsel der Grundversicherung ist eine einfache Möglichkeit, Prämien zu sparen, da die Leistungen bei allen Kassen identisch sind. Für die meisten Versicherten ist ein Wechsel der Grundversicherung per 1. Januar des Folgejahres möglich. Die Kündigungsfrist dafür ist der 30. November.
Wichtige Punkte beim Wechsel:
Kündigungsfrist: Deine Kündigung muss spätestens am 30. November (Eingang beim Versicherer) bei deiner alten Kasse sein.
Aufnahmegarantie: Die neue Krankenkasse muss dich in die Grundversicherung aufnehmen. Es gibt keine Gesundheitsprüfung.
Keine Lücke: Kündige deine alte Kasse erst, wenn du die schriftliche Aufnahmebestätigung deiner neuen Kasse erhalten hast. So stellst du sicher, dass du jederzeit versichert bist.
Sonderkündigungsrecht: Bei einer Prämienerhöhung hast du ein zusätzliches Kündigungsrecht, oft bis Ende Dezember.
Der Prozess ist standardisiert und unkompliziert. Viele Schweizerinnen und Schweizer nutzen den jährlichen Vergleich, um ihre Prämien zu optimieren. Einen ausführlichen Guide zum Krankenkasse Wechsel findest du auf unserem Portal.
Prämienverbilligung (IPV): Finanzielle Entlastung für viele
Für Haushalte mit tiefen und mittleren Einkommen bieten die Kantone eine individuelle Prämienverbilligung (IPV) an. Dies ist eine staatliche Unterstützung, um die Belastung durch die Krankenkassenprämien zu mindern. Die Höhe der Verbilligung hängt vom Einkommen, Vermögen und der Familiensituation ab und variiert von Kanton zu Kanton.
Es ist ratsam, jedes Jahr zu prüfen, ob du Anspruch auf eine IPV hast, da sich die Einkommensgrenzen und Berechnungsmodelle ändern können. Die Antragsstellung erfolgt direkt bei deinem Wohnkanton. Die Fristen für die Einreichung der Anträge sind ebenfalls kantonal unterschiedlich, liegen aber oft im Frühjahr. Die Informationen des Bundesamts für Gesundheit (BAG) geben dazu weitere Auskunft.
Die Komplexität der Schweizer Grundversicherung wird oft unterschätzt. Unser Grundversicherung Beispiel zeigt, wie viele Faktoren die Prämien beeinflussen. Wir beobachten, dass viele Versicherte ihre Prämien senken können, indem sie bewusst die Franchise und das Versicherungsmodell wählen. Ein jährlicher Vergleich ist daher nicht nur ratsam, sondern kann zu erheblichen Einsparungen führen.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Grund- und Zusatzversicherung?
Die Grundversicherung ist obligatorisch und deckt die gesetzlich festgelegten medizinischen Leistungen gemäss KVG ab, wobei die Leistungen bei allen Kassen identisch sind. Zusatzversicherungen sind freiwillig, erweitern den Schutz (z. B. auf Spitalaufenthalte in Privatabteilung oder Alternativmedizin) und werden nach VVG geregelt, wobei die Kassen hier Anträge ablehnen können.
Kann ich die Grundversicherung jederzeit wechseln?
Nein, ein Wechsel der Grundversicherung ist in der Regel einmal jährlich per 1. Januar möglich. Die Kündigungsfrist dafür ist der 30. November. Bei einer Prämienerhöhung hast du oft ein zusätzliches Sonderkündigungsrecht, dessen Frist du beachten musst.
Wie hoch ist der Selbstbehalt bei der Grundversicherung?
Der Selbstbehalt beträgt 10 % der Kosten, die nach Abzug deiner gewählten Franchise anfallen. Er ist jedoch gedeckelt auf maximal CHF 700 pro Jahr für Erwachsene und CHF 350 pro Jahr für Kinder (Stand 13. August 2026).
Was bedeutet «Aufnahmegarantie» bei der Grundversicherung?
Die Aufnahmegarantie bedeutet, dass jede Krankenkasse gesetzlich verpflichtet ist, jede Person mit Wohnsitz in der Schweiz in die Grundversicherung aufzunehmen. Eine Gesundheitsprüfung oder eine Ablehnung aufgrund von Vorerkrankungen ist bei der Grundversicherung nicht zulässig.
Muss ich die Grundversicherung in der Schweiz abschliessen?
Ja, die Grundversicherung ist für alle Personen mit Wohnsitz in der Schweiz obligatorisch. Du musst dich innert drei Monaten nach der Wohnsitznahme in der Schweiz bei einer anerkannten Krankenkasse versichern. Dies ist gesetzlich im KVG verankert.
Fazit
Ein Grundversicherung Beispiel verdeutlicht, dass die obligatorische Krankenpflegeversicherung in der Schweiz ein komplexes, aber transparentes System ist. Obwohl die Leistungen gesetzlich identisch sind, bieten sich dir durch die Wahl der Franchise und des Versicherungsmodells erhebliche Sparpotenziale. Wir empfehlen dir, deine Situation jährlich zu prüfen und den offiziellen Prämienrechner zu nutzen, um die für dich günstigste Option zu finden. Die Grundversicherung ist ein stabiles Fundament deiner Gesundheitsversorgung; mit bewussten Entscheidungen kannst du deine Prämien optimieren, ohne auf notwendige Leistungen verzichten zu müssen.
Hinweis: Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zur Schweizer Krankenversicherung und ersetzt keine individuelle Beratung. Prämien, Franchisestufen und Fristen ändern sich; massgeblich sind die Angaben der Krankenversicherer, des Bundesamts für Gesundheit (BAG) und der offizielle Prämienrechner priminfo.ch. Für verbindliche Auskünfte wende dich an deinen Versicherer oder eine unabhängige Beratungsstelle.
Redaktionelle Inhalte: Maik Möhring Media, Schöntalweg 1, 8272 Ermatingen TG · mm@maik-möhring.ch
Dieser Beitrag wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.
Sandra Keller – Grundversicherung, Zusatzversicherung (KVG/VVG).


