Die richtige Franchise wählen, kann deine jährlichen Krankenkassenprämien in der Schweiz um mehrere Hundert Franken senken. Als Versicherter in der obligatorischen Grundversicherung (KVG) hast du die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Franchisestufen zu wählen – von der tiefsten Stufe von CHF 300 bis zur höchsten von CHF 2’500 für Erwachsene. Diese Entscheidung sollte gut überlegt sein, da sie direkten Einfluss auf deine Prämien und die Höhe deiner Beteiligung an den Gesundheitskosten hat.
Die Franchise ist der Betrag, den du als Versicherter in der Schweiz jährlich selbst an deine Gesundheitskosten zahlen musst, bevor sich die Krankenkasse an den weiteren Kosten beteiligt. Wählst du eine höhere Franchise, profitierst du von tieferen Monatsprämien.
Das Wichtigste in Kürze
- Du hast die Wahl zwischen einer ordentlichen Franchise von CHF 300 und Wahlfranchisen bis zu CHF 2’500 für Erwachsene.
- Eine höhere Franchise führt zu einer Prämienreduktion von bis zu 45 %, erfordert aber auch höhere finanzielle Reserven.
- Die Wahl der Franchise kann einmal jährlich per 1. Januar geändert werden, unter Einhaltung der Kündigungsfristen (meist 30. November für die Erhöhung, 31. März für die Senkung).
- Für Kinder und Jugendliche gelten tiefere maximale Franchisestufen und Prämienrabatte.
- Die optimale Franchise hängt von deinen erwarteten jährlichen Gesundheitskosten und deiner finanziellen Situation ab.
- Zusätzlich zur Franchise kommt der Selbstbehalt von 10 % der Kosten über der Franchise, bis maximal CHF 700 pro Jahr.
Was ist die Franchise in der Schweizer Grundversicherung?
Die Franchise in der Schweiz ist der jährliche Fixbetrag, den du als versicherte Person in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (KVG) selbst an deine Gesundheitskosten bezahlen musst, bevor sich deine Krankenkasse an den weiteren Kosten beteiligt. Erst wenn dieser Betrag erreicht ist, übernimmt die Krankenkasse einen Teil der weiteren Kosten.
Die Franchise ist ein zentrales Element des Schweizer Gesundheitssystems und im Krankenversicherungsgesetz (KVG) geregelt. Sie dient dazu, die Versicherten an den Kosten zu beteiligen und einen Anreiz zu schaffen, bewusster mit Gesundheitsleistungen umzugehen. Wichtig ist, dass die Leistungen der Grundversicherung bei allen Krankenkassen gesetzlich identisch sind. Der Unterschied liegt in der Höhe der Prämie und den gewählten Modellen, wobei die Franchise eine entscheidende Rolle spielt. Ein umfassender Ratgeber zur Grundversicherung Schweiz kann dir helfen, die Grundlagen besser zu verstehen.
Welche Franchise-Stufen gibt es für Erwachsene und Kinder?
In der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (Grundversicherung) kannst du als erwachsene Person aus verschiedenen Franchisestufen wählen, die deine monatliche Prämie beeinflussen. Die Standardfranchise beträgt CHF 300 pro Jahr.
Darüber hinaus stehen dir folgende Wahlfranchisen zur Verfügung (Stand 4. Juni 2026):
CHF 500
CHF 1’000
CHF 1’500
CHF 2’000
* CHF 2’500
Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sind die Franchisestufen tiefer. Die ordentliche Franchise für sie beträgt CHF 0. Wählbare Franchisen für Kinder sind CHF 100, CHF 200, CHF 300, CHF 400, CHF 500 und CHF 600. Die Entscheidung für eine höhere Franchise bei Kindern ist oft weniger relevant, da die Prämienunterschiede geringer ausfallen und Gesundheitskosten bei Kindern oft unvorhersehbar sind.
Wie funktioniert der Zusammenhang zwischen Franchise, Prämie und Selbstbehalt?
Der Zusammenhang zwischen Franchise, Prämie und Selbstbehalt ist ein Kernstück des Schweizer Krankenversicherungssystems und entscheidend, wenn du deine Franchise wählen möchtest. Eine höhere Franchise führt zu einer tieferen monatlichen Prämie, da du dich im Krankheitsfall stärker an den Kosten beteiligst.
Sobald du deine gewählte Franchise erreicht hast, greift der Selbstbehalt. Dieser beträgt 10 % der weiteren Gesundheitskosten, die von der Krankenkasse übernommen werden. Der maximale jährliche Selbstbehalt ist für Erwachsene auf CHF 700 und für Kinder auf CHF 350 begrenzt (Stand 4. Juni 2026). Das bedeutet, dass du im schlimmsten Fall (sehr hohe Gesundheitskosten) deine gewählte Franchise plus den maximalen Selbstbehalt selber tragen musst.
Beispielrechnung (für Erwachsene):
Angenommen, du hast eine Franchise von CHF 2’500 gewählt und deine Gesundheitskosten betragen CHF 3’500 im Jahr.
1. Franchise: Du bezahlst die ersten CHF 2’500 selbst.
2. Kosten über Franchise: CHF 3’500 – CHF 2’500 = CHF 1’000.
3. Selbstbehalt: Von diesen CHF 1’000 bezahlst du 10 %, also CHF 100.
4. Gesamtbeteiligung: Deine Gesamtbeteiligung an den Kosten beträgt in diesem Fall CHF 2’500 (Franchise) + CHF 100 (Selbstbehalt) = CHF 2’600.
5. Kassenleistung: Die Krankenkasse übernimmt die restlichen CHF 900.
Diese Interaktion zwischen Franchise und Selbstbehalt ist der Grund, warum eine höhere Franchise zu einer niedrigeren Prämie führt. Du trägst im Gegenzug ein höheres finanzielles Risiko. Mehr Informationen zum Prämien sparen bei der Krankenkasse findest du in unserem Ratgeber.
Wann lohnt es sich, eine hohe Franchise zu wählen (z.B. CHF 2’500)?
Eine hohe Franchise zu wählen, insbesondere die maximale Stufe von CHF 2’500, lohnt sich in der Regel für gesunde Personen, die selten einen Arzt aufsuchen und dementsprechend geringe Gesundheitskosten erwarten. Wenn du nur selten medizinische Leistungen in Anspruch nimmst, kannst du durch eine hohe Franchise erheblich an den monatlichen Prämien sparen.
Die Faustregel besagt, dass sich die höchste Franchise von CHF 2’500 lohnt, wenn deine jährlichen Gesundheitskosten inklusive Medikamente und Arztbesuche unter einem bestimmten Schwellenwert liegen. Dieser Schwellenwert liegt oft bei etwa CHF 1’800 bis CHF 2’000 pro Jahr, abhängig von der Höhe des Prämienrabatts deiner Krankenkasse. Übersteigst du diesen Betrag regelmässig, könnte eine tiefere Franchise vorteilhafter sein. Es ist wichtig, über ausreichende finanzielle Reserven zu verfügen, um die Franchise und den Selbstbehalt im Ernstfall selbst tragen zu können. Der offizielle Prämienrechner priminfo.admin.ch des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) ermöglicht es dir, dies für deine individuelle Situation zu berechnen.
Wann ist eine tiefe Franchise (z.B. CHF 300) die bessere Wahl?
Eine tiefe Franchise zu wählen, wie die ordentliche Franchise von CHF 300, ist die bessere Wahl für Personen, die regelmässig medizinische Leistungen in Anspruch nehmen oder mit hohen Gesundheitskosten rechnen. Dazu gehören beispielsweise Menschen mit chronischen Krankheiten, Familien mit kleinen Kindern oder Personen, die häufig zum Arzt oder in die Apotheke müssen.
In diesen Fällen übersteigen die jährlichen Gesundheitskosten schnell die CHF 300-Grenze, und der Selbstbehalt greift früher. Die höhere monatliche Prämie bei einer tiefen Franchise wird durch die geringere Eigenbeteiligung im Krankheitsfall in der Regel überkompensiert. So vermeidest du unerwartet hohe Einmalkosten und kannst deine Gesundheitsausgaben besser planen. Die Sicherheit, dass die Krankenkasse frühzeitig einen Grossteil der Kosten übernimmt, ist hier der entscheidende Vorteil.
Die «mittleren» Franchisen: Sind sie sinnvoll?
Neben der tiefsten (CHF 300) und höchsten (CHF 2’500) Franchise gibt es auch mittlere Stufen wie CHF 500, CHF 1’000, CHF 1’500 oder CHF 2’000. Diese mittleren Franchisen sind jedoch in vielen Fällen weniger optimal, da der Prämienrabatt oft nicht im Verhältnis zur höheren Eigenbeteiligung steht.
Studien und Berechnungen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) zeigen, dass die grössten finanziellen Vorteile oft bei den extremen Franchisestufen liegen. Die mittleren Franchisen bieten zwar einen gewissen Prämienrabatt, aber die Differenz zu einer noch höheren Franchise ist oft geringer als die zusätzliche Eigenleistung, die du im Krankheitsfall erbringen müsstest. Es kann sich lohnen, die Prämien für alle verfügbaren Franchisestufen genau zu vergleichen, um herauszufinden, ob eine mittlere Franchise in deinem spezifischen Fall doch vorteilhaft ist.
Franchise wechseln: Fristen und Ablauf
Du kannst deine Franchise einmal jährlich wechseln. Die Entscheidung, deine Franchise zu wählen oder zu ändern, ist an bestimmte Fristen gebunden. Mögliche Änderungen treten stets auf den 1. Januar des Folgejahres in Kraft.
Fristen für den Wechsel der Franchise:
Erhöhung der Franchise: Möglich per 1. Januar des Folgejahres. Die Kündigung bzw. Mitteilung an deine Krankenkasse muss spätestens am 30. November des laufenden Jahres bei der Krankenkasse eingegangen sein.
Senkung der Franchise: Möglich per 1. Januar des Folgejahres. Die Kündigung bzw. Mitteilung an deine Krankenkasse muss spätestens am 31. März des laufenden Jahres bei der Krankenkasse eingegangen sein. Dies ist eine längere Frist als bei der Erhöhung, da die Kassen in der Regel die Prämien für das Folgejahr bereits im Herbst bekannt geben.
Es ist ratsam, die Änderung schriftlich und eingeschrieben vorzunehmen, um einen Nachweis zu haben. Bevor du deine Franchise wechselst, solltest du unbedingt die neuen Prämien und deine erwarteten Gesundheitskosten für das kommende Jahr prüfen. Informationen zum Kassenwechsel und den Kündigungsfristen findest du in unserem separaten Ratgeber.
Die Wahl der passenden Franchise ist eine sehr individuelle Entscheidung, die sich jährlich neu stellen kann. Es ist bemerkenswert, wie stark die Sparpotenziale zwischen den verschiedenen Franchisestufen variieren können, und wie wichtig es ist, die eigenen Gesundheitsbedürfnisse realistisch einzuschätzen. Gerade für Grenzgänger ist dies ein wichtiger Aspekt, der bei der Wahl zwischen Schweizer KVG und dem System des Wohnsitzstaates eine Rolle spielt.
Häufige Fragen
Wie hoch sollte man die Franchise wählen?
Die optimale Höhe der Franchise hängt stark von deinen individuellen Gesundheitskosten ab. Wenn du jährlich weniger als CHF 1’500 bis CHF 2’000 an Leistungen der Grundversicherung beziehst (Stand 4. Juni 2026), ist die höchste Franchise von CHF 2’500 oft die wirtschaftlichste Wahl. Bei regelmässigen Arztbesuchen oder chronischen Erkrankungen ist hingegen eine tiefere Franchise von CHF 300 meist vorteilhafter, um hohe Eigenbeteiligungen zu vermeiden.
Wann lohnt sich die Franchise 2500?
Die höchste Franchise von CHF 2’500 lohnt sich in der Regel für gesunde Menschen, die kaum medizinische Leistungen in Anspruch nehmen und über ausreichende finanzielle Reserven verfügen, um die vollen CHF 2’500 im Notfall selbst zu tragen. Der Prämienrabatt bei dieser Stufe ist am höchsten, was zu deutlichen Einsparungen bei den monatlichen Kosten führt, solange die tatsächlichen Gesundheitskosten niedrig bleiben.
Was ist der Unterschied zwischen Franchise und Selbstbehalt?
Die Franchise ist der Betrag, den du jährlich komplett selbst bezahlen musst, bevor die Krankenkasse überhaupt Leistungen übernimmt. Der Selbstbehalt ist ein zusätzlicher Betrag von 10 % der Kosten, die über der Franchise liegen, sobald diese erreicht ist. Der Selbstbehalt ist für Erwachsene auf maximal CHF 700 pro Jahr begrenzt. Beide Beträge zusammen bilden deine maximale Eigenbeteiligung an den Gesundheitskosten.
Kann ich meine Franchise während des Jahres ändern?
Nein, eine Änderung der Franchise ist grundsätzlich nur einmal jährlich auf den 1. Januar des Folgejahres möglich. Die Fristen für die Mitteilung an die Krankenkasse sind der 30. November für eine Erhöhung der Franchise und der 31. März für eine Senkung der Franchise. Ein Wechsel während des laufenden Kalenderjahres ist nicht vorgesehen.
Gibt es einen Franchiserechner, um die optimale Franchise zu finden?
Ja, das Bundesamt für Gesundheit (BAG) stellt auf priminfo.admin.ch einen offiziellen Prämienrechner zur Verfügung. Dort kannst du deine persönlichen Daten eingeben und die Prämien der verschiedenen Krankenkassen für alle verfügbaren Franchisestufen vergleichen. Dies hilft dir, die finanziellen Auswirkungen der verschiedenen Franchisen auf deine Prämie zu simulieren und die optimale Franchise zu wählen.
Was passiert, wenn ich meine Franchise nicht erreiche?
Wenn deine jährlichen Gesundheitskosten unter dem von dir gewählten Franchisebetrag liegen, bezahlst du alle anfallenden Kosten bis zur Höhe deiner Franchise selbst. Die Krankenkasse übernimmt in diesem Fall keine Kosten. Der Vorteil ist, dass du das ganze Jahr über von einer tieferen monatlichen Prämie profitiert hast.
Fazit
Die Entscheidung, welche Franchise du wählen sollst, ist ein wichtiger Bestandteil deiner persönlichen Gesundheitsfinanzplanung in der Schweiz. Sie erfordert eine realistische Einschätzung deiner erwarteten Gesundheitskosten und deiner finanziellen Möglichkeiten. Während eine hohe Franchise von CHF 2’500 für gesunde Personen mit geringen Kosten ein erhebliches Sparpotenzial bietet, schützt eine tiefe Franchise von CHF 300 jene mit regelmässigen medizinischen Bedürfnissen vor unvorhergesehenen hohen Kosten. Nutze die offiziellen Vergleichstools wie priminfo.ch, um deine individuelle Situation zu analysieren und die für dich passende Wahl zu treffen. Denke daran, dass du die Franchise einmal jährlich anpassen kannst, um flexibel auf veränderte Lebensumstände zu reagieren.
Hinweis: Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zur Schweizer Krankenversicherung und ersetzt keine individuelle Beratung. Prämien, Franchisestufen und Fristen ändern sich; massgeblich sind die Angaben der Krankenversicherer, des Bundesamts für Gesundheit (BAG) und der offizielle Prämienrechner priminfo.ch. Für verbindliche Auskünfte wende dich an deinen Versicherer oder eine unabhängige Beratungsstelle.
Redaktionelle Inhalte: Maik Möhring Media, Schöntalweg 1, 8272 Ermatingen TG · mm@maik-möhring.ch
Dieser Beitrag wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.
Sandra Keller – Grundversicherung, Zusatzversicherung (KVG/VVG).


