Die Zusatzversicherung Selbstständige ist in der Schweiz ein entscheidender Baustein für deine finanzielle Sicherheit und eine umfassende Gesundheitsversorgung. Während die Grundversicherung (KVG) einen gesetzlich festgelegten Basisschutz bietet, schliesst eine freiwillige Zusatzversicherung (VVG) wichtige Lücken, insbesondere beim Verdienstausfall und bei erweiterten Leistungen. Als Selbstständige trägst du die Verantwortung für deine Absicherung bei Krankheit und Unfall vollumfaenglich selbst.
Eine Zusatzversicherung ist für Selbstständige in der Schweiz sehr sinnvoll, da sie den gesetzlichen Basisschutz der Grundversicherung erweitert und essenzielle Leistungen wie Krankentagegeld und verbesserte Spitalaufenthalte abdeckt, die im Krankheitsfall deine finanzielle Existenz sichern können.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Grundversicherung (KVG) deckt bei Selbstständigen keinen Verdienstausfall; dafür ist eine private Zusatzversicherung (VVG) nötig.
- Eine Krankentagegeldversicherung ist für Selbstständige oft die wichtigste Zusatzleistung, um bei Krankheit das Einkommen zu sichern.
- Zusatzversicherungen verbessern den Spitalaufenthalt (Halbprivat/Privat), decken Alternativmedizin, Zahnbehandlungen oder Sehhilfen.
- Vor Abschluss einer Zusatzversicherung erfolgt in der Regel eine Gesundheitsprüfung, die zu Vorbehalten oder Ablehnung führen kann.
- Prämien für Zusatzversicherungen variieren stark nach Alter, Geschlecht, Wohnort und gewählten Leistungen; ein Vergleich ist daher unerlässlich.
- Das Optionsrecht für Grenzgänger erlaubt die Wahl zwischen dem Schweizer KVG und der Versicherung im Wohnsitzstaat, was die Entscheidungsfindung komplex macht.
Grundversicherung (KVG) vs. Zusatzversicherung (VVG) für Selbstständige
Die Schweizer Krankenversicherung unterscheidet sich grundlegend in zwei Bereiche: die obligatorische Grundversicherung (KVG) und die freiwilligen Zusatzversicherungen (VVG). Für Selbstständige ist es essenziell, diese Unterschiede zu verstehen, da sie direkte Auswirkungen auf die Absicherung im Krankheitsfall haben.
Die Grundversicherung ist für alle Personen mit Wohnsitz in der Schweiz obligatorisch. Sie deckt die Kosten für medizinisch notwendige Behandlungen durch Ärzte, Medikamente, Spitalaufenthalte in der allgemeinen Abteilung im Wohnkanton sowie Mutterschaftsleistungen. Die Leistungen sind bei allen Krankenversicherern gesetzlich identisch und können nicht durch eine Gesundheitsprüfung verweigert werden. Allerdings erbringt die Grundversicherung keine Leistungen bei Verdienstausfall durch Krankheit. Ebenso sind viele alternative Heilmethoden, erweiterte Zahnbehandlungen oder Komfortleistungen im Spital nicht abgedeckt.
Die Zusatzversicherung Selbstständige hingegen basiert auf dem Versicherungsvertragsgesetz (VVG) und ist freiwillig. Hier bieten die Versicherer eine breite Palette an Leistungen an, die über den KVG-Basisschutz hinausgehen. Dazu gehören beispielsweise die Deckung für Krankentagegeld, höhere Komfortklassen im Spital (Halbprivat oder Privat), Kostenbeteiligungen für Sehhilfen, Zahnbehandlungen, Alternativmedizin oder Präventionsmassnahmen. Im Gegensatz zur Grundversicherung können Versicherer bei Zusatzversicherungen eine Gesundheitsprüfung verlangen, Anträge ablehnen oder Vorbehalte anbringen, wenn bereits bestehende Krankheiten vorliegen. Dies ist ein wichtiger Punkt, den Selbstständige bei der Planung beachten sollten.
Warum eine Zusatzversicherung für Selbstständige in der Schweiz wichtig ist
Als Selbstständige in der Schweiz bist du nicht automatisch gegen Verdienstausfall bei Krankheit versichert. Die Grundversicherung deckt zwar die Behandlungskosten, nicht aber den Lohnausfall. Das bedeutet, dass du im Krankheitsfall ohne ein geregeltes Einkommen dastehst, was schnell zu finanziellen Engpässen führen kann. Eine Zusatzversicherung Selbstständige kann diese Lücke schliessen und deine finanzielle Existenz sichern.
Darüber hinaus bietet eine Zusatzversicherung Zugang zu besseren medizinischen Leistungen und mehr Komfort. Möglichkeiten wie die freie Spitalwahl in der ganzen Schweiz, die Unterbringung in der Halbprivat- oder Privatzimmerabteilung mit Chefarztbehandlung oder die Kostenübernahme für nicht-pflichtige Medikamente und Therapien sind nur einige Beispiele. Auch Leistungen im Bereich Prävention, wie die Beteiligung an Fitness-Abos oder Gesundheits-Check-ups, können für Selbstständige von Vorteil sein, um langfristig gesund und leistungsfähig zu bleiben. Das Schweizer Gesundheitssystem, dessen Akteure das BAG und die Kantone sind, basiert auf einem Mix aus obligatorischen und freiwilligen Leistungen.
Krankentagegeldversicherung: Dein Schutz bei Verdienstausfall
Die Krankentagegeldversicherung ist für Selbstständige in der Schweiz oft die wichtigste Zusatzversicherung. Sie schützt dich vor den finanziellen Folgen eines krankheitsbedingten Verdienstausfalls. Im Falle einer Arbeitsunfähigkeit aufgrund von Krankheit oder Unfall zahlt die Versicherung ein vereinbartes Taggeld, das dir hilft, deine laufenden Kosten zu decken und Einkommensverluste auszugleichen.
Bei Abschluss einer Krankentagegeldversicherung legst du die Höhe des Taggeldes und die Wartefrist fest. Die Wartefrist ist die Zeitspanne, in der die Versicherung nach Beginn der Arbeitsunfähigkeit noch keine Leistungen erbringt. Sie kann zwischen wenigen Tagen und mehreren Monaten liegen. Eine kürzere Wartefrist führt zu höheren Prämien. Es ist entscheidend, dass das gewählte Taggeld deinen tatsächlichen Bedarf deckt, also deine Fixkosten und einen angemessenen Lebensunterhalt. Eine Unterversicherung kann im Ernstfall existenzbedrohend sein. Die Kosten einer Verdienstausfallversicherung Selbstständige hängen stark von der Höhe des Taggeldes, der Wartefrist, deinem Alter und deinem Gesundheitszustand ab. Wir empfehlen, die Optionen sorgfältig zu prüfen und verschiedene Angebote zu vergleichen.
Weitere sinnvolle Zusatzversicherungen für Selbstständige
Neben der Krankentagegeldversicherung gibt es weitere Zusatzversicherungen, die für Selbstständige sehr sinnvoll sein können und den Schutz der Grundversicherung umfassend erweitern:
* Spitalzusatzversicherung: Diese Police ermöglicht dir die freie Spitalwahl in der ganzen Schweiz und die Unterbringung in der Halbprivat- oder Privatabteilung. Das bedeutet mehr Komfort, Privatsphäre und oft die Behandlung durch den Chefarzt. Die Prämien variieren je nach gewählter Klasse und Versicherer.
* Zahnzusatzversicherung: Die Grundversicherung übernimmt in der Regel keine Kosten für Zahnbehandlungen, ausser bei schweren Krankheiten. Eine Zahnzusatzversicherung deckt Anteile an Kontrollen, Fuelleungen, Kronen, Bruuecken oder kieferorthopädischen Massnahmen ab. Für Zahnzusatzversicherungen für Kinder gelten oft spezielle Konditionen.
* Ambulante Zusatzversicherung: Diese umfasst Leistungen wie Alternativmedizin (Akupunktur, Osteopathie, Homöopathie), Psychotherapie, Sehhilfen (Brillen, Kontaktlinsen) oder Präventionskurse, die von der Grundversicherung nicht oder nur teilweise bezahlt werden. Viele Versicherer bieten auch Beiträge an Fitness-Abos an, was eine Zusatzversicherung Fitness attraktiv macht.
* Auslandzusatzversicherung: Wenn du als Selbstständige oft im Ausland unterwegs bist, sei es für Geschäftsreisen oder Ferien, ist eine Auslandzusatzversicherung ratsam. Sie deckt medizinische Behandlungen und Rückführungskosten ab, die über die begrenzten Leistungen der Grundversicherung im Ausland hinausgehen.
Die Gesundheitsprüfung bei Zusatzversicherungen: Was du wissen musst
Anders als bei der Grundversicherung, wo eine Aufnahmepflicht besteht, dürfen Krankenversicherer bei Zusatzversicherungen (VVG) eine Gesundheitsprüfung durchführen. Dies ist ein Standardprozess, bei dem dein aktueller Gesundheitszustand und deine medizinische Vorgeschichte abgefragt werden. Die Ergebnisse dieser Prüfung beeinflussen, ob und zu welchen Konditionen du eine Zusatzversicherung abschliessen kannst.
Der Ablauf einer Gesundheitsprüfung für Zusatzversicherungen ist in der Regel wie folgt: Du füllst einen detaillierten Fragebogen aus, in dem du Angaben zu Vorerkrankungen, Operationen, chronischen Leiden, Medikamenten und aktuellen Beschwerden machst. Je nach Angaben kann der Versicherer zusätzliche ärztliche Berichte anfordern. Basierend auf diesen Informationen entscheidet der Versicherer über deinen Antrag. Mögliche Ergebnisse sind:
Uneingeschränkte Aufnahme: Du wirst ohne Einschränkungen aufgenommen.
Aufnahme mit Vorbehalt: Bestimmte, bereits bestehende Krankheiten oder deren Folgen werden für einen bestimmten Zeitraum (z. B. 5 Jahre) oder dauerhaft von der Leistung ausgeschlossen. Ein Vorbehalt bei der Zusatzversicherung ist eine häufige Massnahme.
* Ablehnung: Der Antrag wird aufgrund schwerwiegender Vorerkrankungen abgelehnt.
Es ist wichtig, alle Fragen wahrheitsgemäss zu beantworten. Falsche Angaben können im Leistungsfall zur Verweigerung der Zahlung und sogar zur Aufhebung des Vertrages führen. Plane den Abschluss einer Zusatzversicherung deshalb idealerweise in jungen Jahren und bei guter Gesundheit, um die besten Konditionen zu erhalten.
Als Fachredaktorin für Krankenversicherungen sehe ich oft, dass Selbstständige die Absicherung bei Verdienstausfall unterschätzen. In Deutschland ist das Krankentagegeld oft ein Standardthema, während in der Schweiz die Eigenverantwortung hier noch stärker im Fokus steht, was eine bewusste Planung erfordert. Eine frühzeitige Auseinandersetzung mit den Optionen ist daher entscheidend.
Kosten und Prämien für die Zusatzversicherung Selbstständige
Die Prämien für eine Zusatzversicherung Selbstständige variieren erheblich. Sie hängen von mehreren Faktoren ab, darunter:
Alter: Je jünger du bei Vertragsabschluss bist, desto tiefer sind in der Regel die Prämien. Mit zunehmendem Alter steigen die Kosten.
Geschlecht: Bei einigen Zusatzversicherungen gibt es geschlechtsspezifische Prämienunterschiede.
Wohnort: Auch bei den Zusatzversicherungen können regionale Unterschiede in den Prämien bestehen, wenn auch weniger stark ausgeprägt als bei der Grundversicherung.
Leistungsumfang: Je mehr Leistungen du in Anspruch nehmen möchtest (z. B. Privatabteilung im Spital, hohe Deckung für Alternativmedizin), desto höher fallen die Prämien aus.
* Gesundheitszustand: Ein guter Gesundheitszustand kann zu besseren Konditionen führen; Vorerkrankungen können Prämienzuschläge oder Vorbehalte zur Folge haben.
Da die Auswahl an Anbietern und Tarifen gross ist, ist ein detaillierter Vergleich der Zusatzversicherung Prämien unerlässlich. Nutze Online-Vergleichsportale, um einen Überblick zu erhalten und hole dir individuelle Offerten ein. Achte dabei nicht nur auf den Preis, sondern auch auf den Leistungsumfang, die Wartefristen und die Kulanz des Versicherers.
Grenzgänger und die Zusatzversicherung: Das Optionsrecht
Für Grenzgängerinnen und Grenzgänger, die in der Schweiz arbeiten, aber im Ausland wohnen, gelten besondere Regeln bezüglich der Krankenversicherung. Sie haben ein sogenanntes Optionsrecht. Das bedeutet, sie können innerhalb von drei Monaten nach Arbeitsaufnahme wählen, ob sie sich in der Schweiz nach KVG versichern oder sich im Wohnsitzstaat versichern lassen möchten.
Wer sich für die Schweizer KVG-Versicherung entscheidet, unterliegt den gleichen Regeln wie Schweizer Einwohner. Das heisst, die obligatorische Grundversicherung ist Pflicht. Eine Zusatzversicherung Selbstständige ist dann ebenfalls eine freiwillige Option, um den Schutz zu erweitern, insbesondere in Bezug auf Verdienstausfall oder erweiterte Spitalleistungen. Das Optionsrecht ist in der Regel bindend für die Dauer der Erwerbstätigkeit als Grenzgänger. Familienangehörige können unter Umständen ebenfalls unter das Optionsrecht fallen. Hier ist es ratsam, sich direkt beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) oder einer spezialisierten Beratungsstelle zu informieren, um die richtige Entscheidung zu treffen.
Häufige Fragen zur Zusatzversicherung für Selbstständige
Welche Versicherung sollte man als Selbstständige haben?
Als Selbstständige in der Schweiz solltest du neben der obligatorischen Grundversicherung (KVG) unbedingt eine Krankentagegeldversicherung und eine Unfallversicherung in Betracht ziehen. Diese sichern dich bei Verdienstausfall ab. Weitere sinnvolle Ergänzungen sind Spitalzusatzversicherungen (Halbprivat/Privat), Zahnzusatzversicherungen und ambulante Zusatzversicherungen für Leistungen wie Alternativmedizin oder Sehhilfen, die die Grundversicherung nicht abdeckt.
Wie viel kostet eine Versicherung für Selbstständige?
Die Kosten für die obligatorische Grundversicherung variieren im Jahr 4. Juli 2026 je nach Kanton, Prämienregion, gewählter Franchise (CHF 300 bis 2’500) und Versicherungsmodell (Standard, Hausarzt, Telmed, HMO). Eine Prämienberechnung auf priminfo.ch gibt dir eine genaue Grössenordnung. Zusatzversicherungen sind freiwillig und ihre Prämien hängen stark vom Alter, Geschlecht, Wohnort, Leistungsumfang und Gesundheitszustand ab. Ein individueller Vergleich ist hier entscheidend.
Was machen Selbstständige, wenn sie krank sind?
Wenn Selbstständige in der Schweiz krank werden, deckt die Grundversicherung die Behandlungskosten. Bei Verdienstausfall durch Arbeitsunfähigkeit gibt es jedoch keine automatische Leistung der Grundversicherung. Hier springt eine private Krankentagegeldversicherung ein, sofern eine abgeschlossen wurde. Ohne diese Versicherung müssen Selbstständige den Einkommensausfall selbst tragen. Es ist auch wichtig, den Arztbesuch und die Arbeitsunfähigkeit frühzeitig zu melden.
Welche Krankenkasse ist die günstigste für Selbstständige?
Es gibt nicht «die eine» günstigste Krankenkasse für Selbstständige, da die Prämien der Grundversicherung regional und nach Modell stark variieren. Die Leistungen der Grundversicherung sind gesetzlich identisch. Für Zusatzversicherungen unterscheiden sich die Prämien und Leistungen der Anbieter erheblich. Ein Vergleich der Prämien und Leistungen für Grund- und Zusatzversicherungen ist daher unerlässlich, um die für deine Bedürfnisse und dein Budget optimale Lösung zu finden.
Ist Krankentagegeld für Selbstständige in der Schweiz obligatorisch?
Nein, die Krankentagegeldversicherung ist für Selbstständige in der Schweiz nicht obligatorisch. Es handelt sich um eine freiwillige Zusatzversicherung, die auf dem Versicherungsvertragsgesetz (VVG) basiert. Im Gegensatz zur Grundversicherung, welche obligatorisch ist, musst du diese aktiv abschliessen, um dich bei Verdienstausfall durch Krankheit abzusichern. Es ist jedoch dringend empfehlenswert, diese Option zu prüfen, um finanzielle Engpässe zu vermeiden.
Fazit
Als Selbstständige in der Schweiz trägst du eine hohe Eigenverantwortung für deine Absicherung im Krankheitsfall. Während die Grundversicherung die medizinische Behandlung abdeckt, sind es die Zusatzversicherungen, die deine finanzielle Sicherheit bei Verdienstausfall und den Zugang zu erweiterten medizinischen Leistungen garantieren. Eine Krankentagegeldversicherung ist dabei oft der wichtigste Pfeiler. Vergleiche die Angebote sorgfältig, beachte die Gesundheitsprüfung und stimme den Schutz auf deine individuellen Bedürfnisse ab, um umfassend abgesichert zu sein. Nutze dafür offizielle Quellen wie priminfo.ch und das BAG.
Hinweis: Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zur Schweizer Krankenversicherung und ersetzt keine individuelle Beratung. Prämien, Franchisestufen und Fristen ändern sich; massgeblich sind die Angaben der Krankenversicherer, des Bundesamts für Gesundheit (BAG) und der offizielle Prämienrechner priminfo.ch. Für verbindliche Auskünfte wende dich an deinen Versicherer oder eine unabhängige Beratungsstelle.
Redaktionelle Inhalte: Maik Möhring Media, Schöntalweg 1, 8272 Ermatingen TG · mm@maik-möhring.ch
Dieser Beitrag wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft.
Sandra Keller – Grundversicherung, Zusatzversicherung (KVG/VVG).


