Körperbildstörung: Was Betroffene Wirklich Fühlen und Brauchen
Eine Körperbildstörung ist eine psychische Erkrankung, bei der Betroffene eine verzerrte Wahrnehmung ihres eigenen Körpers haben. Diese Wahrnehmung führt oft zu starker Unzufriedenheit mit dem...
Eine Körperbildstörung ist eine psychische Erkrankung, bei der Betroffene eine verzerrte Wahrnehmung ihres eigenen Körpers haben. Diese Wahrnehmung führt oft zu starker Unzufriedenheit mit dem Aussehen und kann das Selbstwertgefühl erheblich beeinträchtigen. Wer, wann, wo und warum unter einer solchen Störung leidet, ist sehr individuell und hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Das ist passiert
- Experten beantworteten Fragen zum Thema Körperbildstörung in einem Chat.
- Die Wahrnehmung des eigenen Körpers kann stark verzerrt sein.
- Unzufriedenheit mit dem Aussehen kann zu psychischen Problemen führen.
- Betroffene suchen oft nach Wegen, ihr Aussehen zu verändern.
Die verzerrte Wahrnehmung des eigenen Körpers
Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Körperbild ist ein komplexer Prozess, der von verschiedenen Faktoren beeinflusst wird. Medien, soziale Netzwerke und das soziale Umfeld spielen eine wesentliche Rolle bei der Formung unserer Vorstellungen von Schönheit und Idealbildern. Diese Einflüsse können dazu führen, dass Menschen eine verzerrte Wahrnehmung ihres eigenen Körpers entwickeln und sich unrealistischen Schönheitsidealen unterwerfen. Wie SRF berichtet, fand ein Chat mit Experten zum Thema Körperbildstörung statt, um Fragen der Betroffenen zu beantworten und Hilfestellungen zu geben.
Was ist eine Körperbildstörung genau?
Eine Körperbildstörung, auch bekannt als dysmorphophobe Störung, ist eine psychische Erkrankung, bei der die Betroffenen eine übermäßige Beschäftigung mit einem vermeintlichen oder geringfügigen Makel an ihrem Aussehen haben. Diese Beschäftigung führt zu erheblichem Leiden und beeinträchtigt das soziale Leben, die berufliche Leistungsfähigkeit und das allgemeine Wohlbefinden der Betroffenen.
Ursachen und Risikofaktoren
Die Ursachen für die Entstehung einer Körperbildstörung sind vielfältig und komplex. Genetische Veranlagung, traumatische Erlebnisse in der Kindheit, Perfektionismus, geringes Selbstwertgefühl und soziale Faktoren können eine Rolle spielen. Besonders gefährdet sind Menschen, die in ihrem sozialen Umfeld starkem Druck ausgesetzt sind, einem bestimmten Schönheitsideal zu entsprechen. Laut einer Studie des Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), sind junge Frauen besonders häufig betroffen, aber auch Männer können unter einer Körperbildstörung leiden. (Lesen Sie auch: Heiserkeit Was Tun? Ursachen, Tipps und Wann…)
Eine Körperbildstörung kann sich in verschiedenen Formen äußern. Manche Betroffene konzentrieren sich auf bestimmte Körperteile, wie z.B. die Nase, die Haut oder das Gewicht, während andere ein allgemeines Gefühl der Unzufriedenheit mit ihrem gesamten Aussehen haben.
Symptome erkennen
Die Symptome einer Körperbildstörung können vielfältig sein und variieren je nach Ausprägung der Erkrankung. Häufige Anzeichen sind eine übermäßige Beschäftigung mit dem Aussehen, ständiges Vergleichen mit anderen, exzessives Kontrollieren im Spiegel, zwanghaftes Kaschieren von vermeintlichen Makeln, soziale Isolation und ein starkes Vermeidungsverhalten. Betroffene versuchen oft, ihr Aussehen durch Diäten, exzessives Training oder Schönheitsoperationen zu verändern, was jedoch meist nur kurzfristige Erleichterung bringt.
Wie wird eine Körperbildstörung behandelt?
Die Behandlung einer Körperbildstörung erfordert in der Regel eine Kombination aus Psychotherapie und gegebenenfalls medikamentöser Behandlung. Eine kognitive Verhaltenstherapie kann den Betroffenen helfen, ihre verzerrten Gedanken und Überzeugungen über ihr Aussehen zu erkennen und zu verändern. Auch eine Expositionstherapie, bei der sich die Betroffenen ihren Ängsten und Vermeidungsverhalten stellen, kann hilfreich sein. In manchen Fällen kann die Einnahme von Antidepressiva sinnvoll sein, um begleitende Symptome wie Depressionen oder Angstzustände zu lindern. Informationen zu psychischen Erkrankungen bietet die Deutsche Depressionshilfe.
Die Rolle der sozialen Medien
Soziale Medien können eine verstärkende Wirkung auf Körperbildstörungen haben. Die ständige Konfrontation mit idealisierten Bildern und vermeintlich perfekten Körpern kann zu einem unrealistischen Schönheitsideal und einem negativen Selbstbild führen. Es ist wichtig, sich der manipulativen Mechanismen der sozialen Medien bewusst zu sein und kritisch mit den dargestellten Inhalten umzugehen. Ein bewusster Umgang mit sozialen Medien und die Reduzierung der Nutzungsdauer können dazu beitragen, das eigene Körperbild positiv zu beeinflussen. Die Plattform Instagram wird oft für die Verbreitung von unrealistischen Schönheitsidealen kritisiert. (Lesen Sie auch: Männlichkeit Psychische Gesundheit: Macht Sie Männer Krank?)
Achtsamkeit und Selbstakzeptanz sind wichtige Schritte auf dem Weg zu einem positiven Körperbild. Versuchen Sie, sich auf Ihre Stärken und positiven Eigenschaften zu konzentrieren, anstatt sich auf vermeintliche Makel zu fixieren. Umgeben Sie sich mit Menschen, die Sie wertschätzen und unterstützen, und vermeiden Sie negative Vergleiche mit anderen.
Aktuelle Entwicklungen und Ausblick
Das Thema Körperbildstörung gewinnt zunehmend an Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit. Immer mehr Prominente und Influencer sprechen offen über ihre eigenen Erfahrungen mit Körperbildproblemen und tragen so zur Entstigmatisierung der Erkrankung bei. Auch in den Medien wird das Thema kritischer diskutiert und alternative Schönheitsideale werden gefördert. Es bleibt zu hoffen, dass diese Entwicklungen dazu beitragen, das Bewusstsein für Körperbildstörungen zu schärfen und Betroffenen den Weg zu professioneller Hilfe zu erleichtern.
Ursprünglich berichtet von: SRF
Häufig gestellte Fragen
Was sind die Hauptmerkmale einer Körperbildstörung?
Hauptmerkmale sind eine übermäßige Beschäftigung mit dem Aussehen, ständiges Vergleichen mit anderen und ein starkes Vermeidungsverhalten in sozialen Situationen. Betroffene sind oft extrem unzufrieden mit ihrem Körper und suchen nach Wegen, ihn zu verändern.
Wie kann man einer Körperbildstörung vorbeugen?
Eine gesunde Selbstwahrnehmung und ein positives Selbstwertgefühl sind wichtig. Ein kritischer Umgang mit Medienbildern, der Fokus auf innere Werte und die Pflege sozialer Kontakte können präventiv wirken. Auch der Aufbau von Resilienz ist hilfreich.
Welche Therapieformen sind bei einer Körperbildstörung wirksam?
Kognitive Verhaltenstherapie ist eine häufig angewandte und wirksame Therapieform. Sie hilft Betroffenen, ihre verzerrten Gedankenmuster zu erkennen und zu verändern. Auch eine begleitende medikamentöse Behandlung kann in bestimmten Fällen sinnvoll sein. (Lesen Sie auch: Cannabis Psychose Risiko: Jugend in Kanada Stärker…)
Wo finden Betroffene Hilfe und Unterstützung?
Es gibt verschiedene Anlaufstellen für Betroffene, wie z.B. psychologische Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen und spezialisierte Therapeuten. Auch Online-Foren und Informationsportale können eine erste Anlaufstelle sein und Unterstützung bieten.
Können auch Männer unter einer Körperbildstörung leiden?
Ja, auch Männer können unter einer Körperbildstörung leiden, obwohl sie häufiger bei Frauen diagnostiziert wird. Bei Männern äußert sich die Störung oft in Form von Muskeldysmorphie, bei der sie sich zwanghaft mit dem Muskelaufbau beschäftigen.
Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend, um den Verlauf einer Körperbildstörung positiv zu beeinflussen und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Es ist wichtig, das Thema Körperbildstörung zu entstigmatisieren und Betroffenen Mut zu machen, sich professionelle Hilfe zu suchen.








