Franchise Senken: Lohnt sich die Tiefere Selbstbeteiligung?
Franchise Senken: Eine Reduktion der jährlichen Selbstbeteiligung in der Schweizer Grundversicherung kann sich lohnen, wenn regelmässig medizinische Leistungen in Anspruch genommen werden. Die...
Franchise Senken: Eine Reduktion der jährlichen Selbstbeteiligung in der Schweizer Grundversicherung kann sich lohnen, wenn regelmässig medizinische Leistungen in Anspruch genommen werden. Die Entscheidung hängt von den erwarteten Gesundheitskosten und der Bereitschaft ab, höhere monatliche Prämien zu zahlen.

Auf einen Blick
- Die obligatorische Franchise für Erwachsene beträgt 300 Franken.
- Erwachsene können ihre Franchise auf bis zu 2’500 Franken erhöhen, um Prämien zu sparen.
- Eine Senkung der Franchise ist sinnvoll, wenn die jährlichen Gesundheitskosten voraussichtlich hoch sind.
- Die Wahl der Franchise sollte auf einer soliden Budgetplanung basieren.
Die Schweizer Franchise im Fokus: Ein Überblick
Die Schweizer Krankenkassenversicherung ist ein System, das auf Solidarität und Eigenverantwortung basiert. Ein zentrales Element dieses Systems ist die Franchise, also der Betrag, den Versicherte jährlich selbst tragen, bevor die Krankenkasse die Kosten übernimmt. Die Höhe der Franchise hat direkten Einfluss auf die monatlichen Prämien: Je höher die Franchise, desto niedriger die Prämie – und umgekehrt. Die obligatorische Franchise für Erwachsene beträgt 300 Franken. Es gibt aber Wahlmöglichkeiten.
Die Entscheidung, die Franchise zu senken oder zu erhöhen, ist eine individuelle Abwägung, die von verschiedenen Faktoren abhängt. Dazu gehören der persönliche Gesundheitszustand, die erwarteten Gesundheitskosten und die finanzielle Situation. Es ist wichtig, sich bewusst zu sein, dass eine Senkung der Franchise zwar im Falle hoher Gesundheitskosten finanziell vorteilhaft sein kann, aber auch höhere monatliche Prämien bedeutet.
Das Schweizer Krankenversicherungssystem ist durch das Krankenversicherungsgesetz (KVG) geregelt. Das KVG schreibt die obligatorische Grundversicherung vor und legt die Rahmenbedingungen für die Franchise fest. Die Krankenkassen sind verpflichtet, die Leistungen der Grundversicherung zu erbringen, während die Versicherten die Möglichkeit haben, ihre Franchise individuell zu wählen. (Lesen Sie auch: Krankenkasse wechseln kostenlos: Schritt-für-Schritt-Anleitung)
Welche Wahlmöglichkeiten gibt es bei der Franchise?
Das Schweizer Krankenversicherungssystem bietet eine Reihe von Wahlmöglichkeiten bei der Gestaltung der Franchise. Erwachsene Versicherte können zwischen einer Franchise von 300 Franken und einer erhöhten Franchise von 500, 1000, 1500, 2000 oder 2500 Franken wählen. Für Kinder gelten reduzierte Franchisen von 0 bis 600 Franken. Wer sich für eine höhere Franchise entscheidet, profitiert von tieferen monatlichen Prämien. Dieser Mechanismus soll Versicherte dazu anregen, Gesundheitskosten bewusst zu nutzen und Bagatellfälle selbst zu bezahlen.
Die Wahl der optimalen Franchise hängt von den individuellen Bedürfnissen und der Risikobereitschaft ab. Wer regelmässig medizinische Leistungen in Anspruch nimmt, fährt in der Regel besser mit einer tieferen Franchise. Wer hingegen selten zum Arzt geht und über eine gute Gesundheit verfügt, kann mit einer höheren Franchise Prämien sparen. Es ist ratsam, die verschiedenen Optionen sorgfältig zu prüfen und die Vor- und Nachteile abzuwägen.
Die Prämienunterschiede zwischen den verschiedenen Franchisen können erheblich sein. Es lohnt sich daher, die Angebote der verschiedenen Krankenkassen zu vergleichen und diejenige zu wählen, die am besten zu den eigenen Bedürfnissen passt. Dabei sollte man nicht nur auf die Prämie achten, sondern auch auf die Qualität der Leistungen und den Kundenservice der Krankenkasse.
Wie funktioniert die Berechnung der optimalen Franchise?
Die Berechnung der optimalen Franchise ist ein komplexer Prozess, der von verschiedenen Faktoren abhängt. Grundsätzlich gilt: Je höher die erwarteten Gesundheitskosten, desto tiefer sollte die Franchise gewählt werden. Umgekehrt gilt: Je tiefer die erwarteten Gesundheitskosten, desto höher kann die Franchise gewählt werden. Die Berechnung der optimalen Franchise erfordert eine realistische Einschätzung der eigenen Gesundheitskosten. Dazu gehören regelmässige Arztbesuche, Medikamente, Therapien und allfällige Spitalaufenthalte. (Lesen Sie auch: Krankenkasse wechseln Scheidung: Schritt-für-Schritt-Anleitung)
Es gibt verschiedene Online-Rechner, die bei der Berechnung der optimalen Franchise helfen können. Diese Rechner berücksichtigen Faktoren wie Alter, Geschlecht, Gesundheitszustand und erwartete Gesundheitskosten. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass diese Rechner nur eine Schätzung liefern können. Die tatsächlichen Gesundheitskosten können von den Schätzungen abweichen. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) stellt ebenfalls Informationen und Rechner zur Verfügung, die bei der Entscheidungsfindung helfen können.
Ein weiterer wichtiger Faktor bei der Berechnung der optimalen Franchise ist die Risikobereitschaft. Wer bereit ist, ein höheres finanzielles Risiko einzugehen, kann eine höhere Franchise wählen und von tieferen Prämien profitieren. Wer hingegen ein geringeres finanzielles Risiko bevorzugt, sollte eine tiefere Franchise wählen und höhere Prämien in Kauf nehmen.
Es ist ratsam, die Franchise regelmässig zu überprüfen und anzupassen, wenn sich die persönlichen Umstände ändern. Beispielsweise kann eine Schwangerschaft, eine chronische Krankheit oder ein Unfall die erwarteten Gesundheitskosten erheblich erhöhen. In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, die Franchise zu senken.
Welche Fristen sind bei der Anpassung der Franchise zu beachten?
Die Franchise kann in der Regel einmal pro Jahr angepasst werden. Die Kündigungsfrist beträgt einen Monat. Das bedeutet, dass die Krankenkasse bis spätestens am 30. November über die gewünschte Änderung informiert werden muss. Die neue Franchise gilt dann ab dem 1. Januar des Folgejahres. Es ist wichtig, diese Frist einzuhalten, da eine verspätete Kündigung dazu führen kann, dass die alte Franchise für ein weiteres Jahr gilt. (Lesen Sie auch: Krankenkasse wechseln Franchise behalten: Schritt-für-Schritt Anleitung)
In bestimmten Fällen ist eine Anpassung der Franchise auch während des Jahres möglich. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn sich die Krankenkasseprämien erhöhen. In diesem Fall haben Versicherte ein Sonderkündigungsrecht und können ihre Franchise auch ausserhalb der regulären Frist anpassen. Es ist ratsam, sich in solchen Fällen bei der Krankenkasse oder einer unabhängigen Beratungsstelle über die Möglichkeiten zu informieren. Die Comparis.ch Webseite bietet hierzu Informationen.

Es ist auch wichtig zu beachten, dass eine Änderung der Franchise Auswirkungen auf die Wahl des Versicherungsmodells haben kann. Einige Versicherungsmodelle, wie beispielsweise das Hausarztmodell oder das HMO-Modell, sind nur in Kombination mit bestimmten Franchisen möglich. Es ist daher ratsam, sich vor einer Änderung der Franchise über die Auswirkungen auf das Versicherungsmodell zu informieren.
Wie beeinflusst die Franchise die Wahl des Versicherungsmodells?
Die Wahl der Franchise kann die Wahl des Versicherungsmodells beeinflussen, da einige Modelle an bestimmte Franchise-Stufen gebunden sind. Wer beispielsweise ein Hausarztmodell wählt, muss möglicherweise eine bestimmte Franchise wählen. Es ist daher wichtig, die verschiedenen Modelle und ihre Bedingungen zu vergleichen, bevor eine Entscheidung getroffen wird. Eine Beratung bei der Krankenkasse oder einer unabhängigen Stelle kann hier Klarheit schaffen.
Wie geht es weiter mit der Franchise-Diskussion in der Politik?
Die Höhe der Franchise ist immer wieder Gegenstand politischer Diskussionen. Es gibt Bestrebungen, die obligatorische Franchise zu senken oder ganz abzuschaffen. Befürworter argumentieren, dass eine hohe Franchise dazu führt, dass Menschen mit tiefem Einkommen aus Kostengründen auf notwendige medizinische Behandlungen verzichten. Gegner argumentieren, dass eine tiefe Franchise zu einer unnötigen Inanspruchnahme von medizinischen Leistungen und damit zu höheren Gesundheitskosten führt. (Lesen Sie auch: Krankenkasse wechseln Modell wechseln: Schritt-für-Schritt-Anleitung)
Die politische Auseinandersetzung um die Franchise ist Teil einer umfassenderen Debatte über die Finanzierung und Gestaltung des Schweizer Gesundheitswesens. Es ist zu erwarten, dass diese Debatte auch in Zukunft weitergeführt wird. Die SRF News berichten regelmässig über die aktuellen Entwicklungen im Gesundheitswesen.
Fazit: Franchise senken – Eine individuelle Entscheidung mit politischer Relevanz
Die Entscheidung, die Franchise zu senken, ist eine individuelle Abwägung, die von verschiedenen Faktoren abhängt. Es ist wichtig, die eigenen Bedürfnisse und die finanzielle Situation sorgfältig zu prüfen, bevor eine Entscheidung getroffen wird. Die politische Diskussion um die Franchise zeigt, dass dieses Thema auch eine gesellschaftliche und politische Dimension hat. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Rahmenbedingungen für die Franchise in Zukunft entwickeln werden.


